Make Time

Wenn es wichtig wird, sollte Zeit da sein. So ein Versprechen, das ich mir gegeben habe. Lange vor dem letzten Jahreswechsel. Und: Ja, natürlich bin ich wild entschlossen. Doch sobald der Druck wächst, bekomme ich Panik. Mache Sachen, die wirklich keine Wichtigkeit haben, verzettele mich, drehe mich 25 Mal um mich selbst und komme außer Atem, ohne dass etwas passiert. Doch, natürlich passiert etwas: noch mehr Panik. Ich will da durch. Ich möchte einen zusätzlichen Auftrag annehmen, obwohl ich gerade Vollzeit arbeite. Weil es ein Auftrag ist, von dem ich lange träume. Gut. Vielleicht lässt sich hier und da ein bisschen Luft aus der Vollzeit nehmen. Mit kleinen Puffern wäre vielleicht alles ganz gut zu wuppen. Aber warum werde ich so nervös, als wenn ich etwas Verbotenes vorhätte? Adrenalin, weil es spannend wird? Das zumindest wäre zu hoffen. Ich habe schon mal scharfe Kanten rausgeholt, um hier und da der Zeit ein paar Scheiben abzuschneiden. Warum nicht gleich schon diese Nacht?

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 9

  1. christahartwig 5. Januar 2018

    Niemand weiß, was Zeit wirklich ist. Wir kennen Bewegung und kennen Veränderung und benutzen beides, um etwas zu messen, von dem wir so gut wie nichts wissen. Ich mache letztens in unvorhersehbar schnellem Wechsel die Erfahrung, das Zeit mal erschreckend schnell, mal überraschend langsam „vergeht“. Und auch der Gebrauch des Wortes „vergehen“ ist schon ein Vergehen. Mit den Schneidwerkzeugen wirst Du dem Problem kaum beikommen, fürchte ich.
    Dass man unzählige unwichtige Dinge tut, weil man sich an etwas Wichtiges nicht heran wagt, das kenne ich. Es wirkt sich auf das Phänomen Zeit aber eher negativ aus. Da man sich selbst kindisch verhält, wird auch der Tag zu einem Kinderhemd: vorn und hinten zu kurz.

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