Jede/r ist ein Lebenskünstler

Ja, da würde good old Joseph Beuys sicher lächeln und mit dem Kopf nicken. Warum auch nicht? Jedes Leben ist eine Abenteuerfahrt, auch wenn die Bewegungen darin so routiniert sind, wie ein nine-to-five-job sie nun mal fordert. Natürlich ist eine Freiberuflichkeit nicht weniger anfällig für Biederkeit. Wenn ich nicht aufpasse, mache auch ich jeden Tag dasselbe, ohne zu merken, dass wieder drei Wochen vergangen sind.

Frank Berzbach, dessen Buch „Form Bewusst Sein“ ich gerade lese, stößt mich einmal mehr auf den Wert der Schönheit. Oft genug zweifele ich an meinen „ästhetischen“ Alltagsbemühungen. Ist nicht doch alles Dekoration und Hokuspokus, weil die Welt hart und die Schönheit eine Gefühlsduselei ist?

„Kunst beginnt zu Hause“, so zitiert Bernbach den tibetischen Buddhisten Chögyam Trungpa, und plädiert für einen Blick auf das Naheliegende. Das gefällt den „Klunkern“, immerhin wird hier ja der Blick aufs Alltägliche gerichtet. Also doch kein sich Wegducken ins Klein-Klein? Ich kann es nur hoffen. Und werde meine Bemühungen fortsetzen… (jaja, das ist mein 997ter Eintrag. Also fast ein Jubiläum. Vielleicht deshalb der Ernst).

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 2

  1. Elisabeth Lindau 30. November 2017

    Dafür würde ich dir gerne drei Sternchen geben, liebe Stephanie – gibt’s aber leider nicht. Also leider nur ein Sternchen.
    Mir ist dieses Motto auch sehr wichtig – gerade im November (z.B. hier: https://elisabethlindaublog.wordpress.com/2017/06/14/ich-bin-warhol-21-november-2016/).
    Wünsche dir weiterhin viel Kreativität, an deren sichtbaren Ergebnissen ich mich auch immer wieder erfreue!
    Schöne Grüße
    Elisabeth

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    • Stephanie Jaeckel 1. Dezember 2017

      Ha, ich notiere die beiden unsichtbaren Sternchen extra 😉 Herzlichen Dank. Natürlich, ja, ich arbeite „kreativ“, ist mein Job. Aber ich meinte in dem Klunker, und ich habe Frank Berzbach auch da, wo ich in seinem Buch gelesen habe, so verstanden, dass „allein“ die wache Beobachtung eine Art von (Lebens-)Kunst sein kann, nicht unbedingt Kreativität. Ehrlich gesagt, halte ich die „Kreativität“ für überschätzt. Und eben die Verknüpfung mit künstlerischer Tätigkeit für, sagen wir, ungeschickt. Viel mehr Menschen sind Künstler/innen, auch wenn sie keine sind. Denn das eigene Leben ist ein Werk, das erst geschaffen werden will. Aber natürlich, nichts gegen das Kreativsein wie auch immer, liebe Warholine 😉

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