Advent, Advent, oder:

BeSINNLICHkeit versus GrÜBELn. Haha. Ich habe im August die fantastische Jakob Böhme Ausstellung in Dresden besucht. Böhme war ein Schuster von der Ausbildung her, aber er las gerne, war gläubig, depressiv und suchte schreibend einen Weg aus dem eigenen – und dem, wie er fand, menschlichen – Elend. Er war einer der ersten deutschen Autoren, die deutsch schrieben und er hatte einen taktilen, fast schon erotischen Bezug zur Sprache.

Er spürte den Wörtern beim Sprechen im Mund nach. Vielleicht einer der ersten Menschen überhaupt? Er überprüfte, wann wir bei der Aussprache die Lippen spitzen, wo die Zunge ist, wie weit wir das Maul (so sein Duktus) aufreißen. Und er suchte nach Bezügen in den Wörtern: Welche andere Wörter bilden sich in einem Begriff ab, was hat diese ineinandergeschachtelten Wörter miteinander zu tun? Lange vor der Psychoanalyse bestand er darauf, dass unbewusst Mitgehörtes nicht nur den Klang eines Begriffs prägt, sondern auch unser Verständnis davon.

Die Wörter BeSINNLICHkeit und GrÜBELn hätten ihm sicher gefallen. Und wenn es auch nur ein Wortspiel ist. Da steckt doch was drin, oder?

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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