Lachen

Männer in Rosa. Wer das aktuelle Zeit Magazin gelesen (oder auch nur durchgeblättert) hat, mag geschmunzelt haben. Wahlweise: mit den Ohren gewackelt. Da sind ja fast nur Männer drin. Und mehr noch: Alle so hübsch aufgepüschelt, wie sonst Frauen in Zeitschriften. Tolle Klamotten, tolle Hintergründe, tolle Figuren und markante Gesichter, entspannt, cool, ganz so, als würden sie gerade nur darauf warten, uns, den werten Leser/innen, zu begegnen. Nanu! Ich habe erstmal gelacht. Aber nicht hämisch. So nach dem Motto: So ihr lieben Männer, jetzt seht ihr mal, wie das ist. Sondern – und das ist komisch – aber ich dachte, o.k., wenn es so herum eben auch geht, warum eigentlich nicht. Ich meine, so eine Bildunterschrift wie:

„Hopper Penn arbeitet nebenbei im Pizzaladen Lamonica’s in Los Angeles. Der Nebenjob schenkt ihm mehr finanzielle Unabhängigkeit und einen strukturierten Tagesablauf. Übergroßer Strickpullover aus Baumwolle von Raf Simons, Seidenhose von Louis Vuitton.“

macht doch auch so die Gleichzeitigkeit von Welt sichtbar, zugegeben, in der High Society, aber man kann sich die Seidenhose ja auch als dreckige Jeans vom Opa denken. Wobei mich am Ende doch eher die Formulierung „mehr finanzielle Unabhängigkeit“ irritiert, als der „übergroße Strickpullover“. Lachen, das habe ich am Samstag bei Laurie Penny gelernt, ist das Entscheidende in einer immer verbisseneren Gender-Diskussion. Denn Lachen öffnet das Herz. Und ein offenes Herz brauchen wir, um der Ungleichheit endlich, endlich, endlich den Garaus zu machen.

 

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 8

  1. Elisabeth Lindau 19. September 2017

    Danke für den Hinweis, dass man auch drüber lachen kann. Leider habe ich das verpasst, war wohl gerade nicht in der Stimmung. Ich fand das alles sehr oberflächlich und konsumorientiert. Dass wir das bei der Darstellung von Frauen gewöhnt sind, macht es ja nicht unbedingt besser. Wenn es ironisch gemeint gewesen sein sollte, ist mir das entgangen. Schade. Aber es freut mich, dass du einen entspannten Moment der Heiterkeit mit schönen Männern genossen hast. Hoffe, die Ohren haben jetzt nicht Muskelkater.

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    • Stephanie Jaeckel 20. September 2017

      Ich kann Oberflächlichkeit durchaus genießen. Vielleicht liegt das an meinem Job, dass ich manchmal nur in Magazinen blättere und mir Mode anschaue oder was weiß ich. Da ich jahrzehntelang kein Geld hatte, bin ich gegen diesen Konsumterror vollkommen immun. Es stand nie auch nur zur Debatte, dass ich mir etwas hätte kaufen können, deshalb – keine Ahnung – ich kann mich über die Schönheit der Dinge freuen (sie sind ja wirklich oft toll) ohne irgendwas. Vielleicht ganz schön naiv oder ebenfalls oberflächlich. Aber – und jetzt lach nicht, aber es waren Fotos aus Kalifornien dabei, und das Licht!!! 😉 Die Ohren sind wieder an ihrem Platz.

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  2. Elisabeth Lindau 20. September 2017

    Ach, das kam jetzt vielleicht etwas „streng“ ‚rüber mit der Oberflächlichkeit. Ich habe es nicht so … didaktisch gemeint. Ich finde es gut, wenn du einfach deine spielerische Freude an schönen Bildern hattest. Mich haben sie einfach weniger angesprochen. Dafür schrei‘ ich bei jedem Schaf „oh, wie süß“, was anderen schon mal auf die Nerven gehen kann.

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