Gleichzeitig lieben

Mehrere Menschen im Herzen haben, hier begehren und dennoch dort treu bleiben – doch ja, ich glaube das geht. Zumindest kenne ich das. Ich habe es allerdings auch schon erlebt, wie eine große Verliebtheit von dem einen auf den anderen Tag erlosch und nicht nur nicht wieder zu beleben war, sondern sich in blankes Entsetzen wandelte. Gut, dass ich nicht geheiratet habe: das Einmal-Paar-Und-Für-Immer-Modell scheint nicht meins zu sein. Trotzdem habe ich Zweifel an der Gleichzeitigkeit. Weniger in guten als in schlechten Zeiten. Denn was passiert, wenn es eng wird? Wenn ich mich streite und unzufrieden bin. Wechsele ich dann vielleicht nur das Terrain, um wieder gute Laune zu haben? Oder kann ich überhaupt hier eine Krise haben und dort Schmetterlinge im Bauch? Ein Freund ist schließlich kein Projekt, sondern ein Gegenüber. Und muss man das Gefühl der Liebe immer gleich in eine Form gießen? Kann ich nicht auch ohne Konturen lieben. Einfach so. Ohne Absicht, Ziel und Sorge nach Antwort? Ein Thema, das  – so scheint es zumindest – gerade wieder ganz aktuell ist. Im Grunde auch eine zentrale Frage à la Gretchen. Aber ich weiß gar nicht so genau, wo ich darauf eine Antwort finden soll.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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