Es sind ja nicht nur die Mitbringsel einer Reise, die einen daran erinnern, dass die Welt größer ist als der eigene Tellerrand. Mein Besuch im Case-Study-House Nr. 8, dem Wohnort von Charles und Ray Eames, gehörte zu den großen Höhepunkten meiner Reise und hat Nachwirkungen. Das Haus gehört zu einem ehrgeizigen Projekt der Nachkriegszeit, in dem neue Technologien (industrielle Fertigung) zum Hausbau eingesetzt wurden. John Entenza, Herausgeber der Zeitschrift „Arts & Architecture“ war der Initiator, er beauftragte mehrere Büros, Entwürfe zu entwickeln. Eames gehörten dazu. Um es kurz zu machen: die beiden kauften das Grundstück, bauten das Haus und zogen selbst ein. Das war Heiligabend 1949 und es gibt ein wundervolles Foto von Charles, das im Shop als Postkarte verkauft wird, und das ihn strahlend wie ein Honigkuchenpferd neben einem selbstgebastelten (na, von wegen! Design!!!) Lichtbaum zum besonderen Jahreswechsel zeigt.
Ich habe mich nicht nur in das Haus verliebt. Sondern auch in die beiden Hausherr/innen. Charles und Ray hatten sich an der Uni kennengelernt, er war Professor, sie Schülerin – allerdings, wenn ich richtig gelesen habe, nicht seine. Sie heirateten und machten, wie es scheint, eine von persönlichem Glück beschienene, steile Karriere. Vor allem Ray hat auf den erhaltenen Fotos ein so bezauberndes Lächeln, dass mir jedes Mal das Herz aufgeht, nur wenn ich sie sehe. Von der Eames-Foundation vor Ort habe ich ein kleines Büchlein erstanden, „15 Things Charles and Ray teach us“. Daraus habe ich mir auf dem Rückflug welche rausgepickt, die ich selbst fürs weitere (Arbeits-) Leben berücksichtigen will:
Keep good company
Explain it to a child
Get lost in the content
Never tolerate „O.K. anything“
Das Buch über die beiden als Architekten und Designer habe ich gestern gekauft. Es ist ein weiteres Ferienmitbringsel, wenn auch diesmal eins aus Berlin…
wattundmeer 9. Juni 2017
Ich hab‘ die Beiden mal fix gegoogelt. Beeindruckend! Wirklich zum Verlieben.
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Stephanie Jaeckel 9. Juni 2017
Ja, die machen gute Laune, kaum dass man sie auf den Fotos anschaut. Ihre Arbeiten und vor allem ihr Haus gefallen mir auch, d.h. super gut. Also eine gute Insel, die im Alltag zumindest in Gedanken angerudert werden kann…
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volkerwiesner 9. Juni 2017
Sieht schick aus, aber bequemes Sitzen: na ja … – aber das muss jeder selbst wissen. http://www.goodfurn.com/de/eames-lounge-chair-ottoman?campaign=pla&gclid=CN-cr4fEsdQCFQYcGwod7BcCNA
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Stephanie Jaeckel 10. Juni 2017
Für mich passen die Eames-Entwürfe gut, ich bin nämlich nicht besonders groß. Die eigenen Ausmaße spielen eben bei den Entscheidungen für Möbel auch eine Rolle…
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