Nein, ich habe keine Angst. Aber wer verreist, ist eine Weile weg. Oder zumindest nicht dort, wo er oder sie normalerweise den Tag verbringt. Ich stelle mir vor, wie es still wird in meiner Wohnung. Wie der Staub im Büro auf meinen Schreibtisch schwebt.
Kürzlich erst habe ich die Fragen der Erinnerungsguerilla entdeckt. An einem Laternenpfahl im Park. Ich war verblüfft, erfreut und wollte gleich auch Fragen haben, um meinerseits welche zu verteilen. Ich scheine bei meiner Wahl an die bevorstehende Reise gedacht zu haben:
Was bleibt, wenn Du gehst?
Und mir scheint, ich sollte die Frage zuerst selbst beantworten, bevor ich sie anderen stelle. Denn natürlich bleibt so oder so etwas. Aber vielleicht gibt es etwas, von dem ich möchte, dass es bleibt. Und für das ich Vorkehrungen treffen sollte? Oder ist das bloße Eitelkeit? Hm. Ich bleibe dran. Habt Ihr für Euch Antworten? Oder findet Ihr die Frage pietätlos?

Myriade 29. April 2017
Als begeisterte Reisende kann ich die Frage nicht wirklich nachvollziehen. Oder geht es nicht um eine Reise sondern um den Tod ?
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Stephanie Jaeckel 29. April 2017
Ja, es geht bei der Frage ums Sterben, und was bleibt – oder auch nicht.
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Myriade 29. April 2017
Verstehe. Schwierige Frage. Gesichert ist für mich, dass wir nicht erfahren werden, was von uns bleibt oder auch nicht ….
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Stephanie Jaeckel 29. April 2017
Es gibt wahrscheinlich ganz viele verschiedene Arten des Bleibens. Ruhm und Ehre ist vielleicht etwas, was einige zuerst im Kopf haben, Erinnerung natürlich, Erbe. Das Erbe wiederum kann materieller Art sein. So überlege ich manchmal, ob ich festschreiben soll, wer von meinen wenigen sehr persönlichen Dingen was bekommen kann. Eigentlich denke ich, es wäre besser, wenn sich jede/r etwas aussuchen könnte. Aber es gibt natürlich auch Gedanken, Ideen, Erfahrungen, Visionen meinetwegen, die mit mir sterben werden. Sollte ich sie irgendwo hinterlegen? Jemandem anvertrauen? Oder lasse ich auch da den Zufall walten?
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Myriade 29. April 2017
Was materielle Güter betrifft, sollte wohl jede/r ein Testament machen um den potentiellen Erben die Sache zu erleichtern. Auch Immaterielles an dessen Fortbestehen einem etwas liegt, sollte man wohl niederschreiben denke ich ……. schwierige Fragen, die sich so hervorragend zum Vorsichherschieben eignen …..
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Stephanie Jaeckel 29. April 2017
Genau: Fragen, zum Vorsichherschieben. Vielleicht ist ein Reise nicht nur die Möglichkeit, mal wieder ordentlich den Schrank zu durchforsten (nach praktischen Reisekleidern), sondern auch, mal ein paar Fragen zu beantworten. Oder sie zumindest noch einmal zu stellen.
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mickzwo 29. April 2017
Genau das sind die Fragen, die ich mir im meinem Blog auch stelle. Sie bilden Quasi die Richtschnur. Wie in einem Labyrint scheint man manchmal abseitige Wege zu gehen. Komischerweise (oder so) sind die Fragen immer ähnlich strukturiert. Vielleicht findet man zum Schluß mal eine Antwort die trägt. Möglicherweise ist es aber auch nur eine Zahl oder etwas Vergleichbares – für uns Unverständliches – was wir da finden.
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Stephanie Jaeckel 29. April 2017
Vielleicht sind Antworten nur eine Weile lang gültig. Außer 42 – natürlich! Das Spannende ist ja auch, Fragen immer wieder neu zu stellen und aus anderen Perspektiven Antworten zu finden. Es geht wahrscheinlich kaum je für uns Menschen um Endgültiges. Sowenig wie wir endgültig sind.
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mickzwo 29. April 2017
Ich hatte da wohl einen falschen Eindruck vermittelt: meine Lieblingszahl ist gerade nicht ’42‘. Diese Zahl ist, glaube ich jedenfalls, schon belegt durch diesen einen Film. Das mit dem Labyrint (s.d.a: https://allesmitlinks.wordpress.com/2012/02/22/haben-oder-sein/) bedeutet, das man versucht die Fragen neu zu stellen und eben auch anders zu strukturieren. Aber es gelingt oft nicht, von der Antwort, die man sucht, fange ich erst gar nicht an.
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Stephanie Jaeckel 29. April 2017
nö, ich habe nicht deine lieblingszahl gesucht, 42 ist eben einfach eine – hm – tatsache… (für mich übrigens aus diesem einen buch. den film habe ich nicht gesehen). das labyrinth schaue ich mir später noch an, danke für den hinweis!
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papiertänzerin 29. April 2017
Pietätlos mir selbst gegenüber? Nix da, gute, wichtige Frage. Zuallerst meine Nachkommen. Dann Bilder, Texte, Orte, Dinge in denen mein Schöpfergeist steckt. Interessant in diesem Zusammenhang auch die Frage nach der passenden Reisekleidung (aktuell diskutiert auf dem Totenhemd-Blog!). Und für mich die aktuell noch spannendere Frage: WAS KOMMT, WENN DU GEHST? Gute Reise übrigens, wann geht´s los?
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