Reisevorbereitungen

Nein, ich habe keine Angst. Aber wer verreist, ist eine Weile weg. Oder zumindest nicht dort, wo er oder sie normalerweise den Tag verbringt. Ich stelle mir vor, wie es still wird in meiner Wohnung. Wie der Staub im Büro auf meinen Schreibtisch schwebt.

Kürzlich erst habe ich die Fragen der Erinnerungsguerilla entdeckt. An einem Laternenpfahl im Park. Ich war verblüfft, erfreut und wollte gleich auch Fragen haben, um meinerseits welche zu verteilen. Ich scheine bei meiner Wahl an die bevorstehende Reise gedacht zu haben:

Was bleibt, wenn Du gehst?

Und mir scheint, ich sollte die Frage zuerst selbst beantworten, bevor ich sie anderen stelle. Denn natürlich bleibt so oder so etwas. Aber vielleicht gibt es etwas, von dem ich möchte, dass es bleibt. Und für das ich Vorkehrungen treffen sollte? Oder ist das bloße Eitelkeit? Hm. Ich bleibe dran. Habt Ihr für Euch Antworten? Oder findet Ihr die Frage pietätlos?

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 11

        • Stephanie Jaeckel 29. April 2017

          Es gibt wahrscheinlich ganz viele verschiedene Arten des Bleibens. Ruhm und Ehre ist vielleicht etwas, was einige zuerst im Kopf haben, Erinnerung natürlich, Erbe. Das Erbe wiederum kann materieller Art sein. So überlege ich manchmal, ob ich festschreiben soll, wer von meinen wenigen sehr persönlichen Dingen was bekommen kann. Eigentlich denke ich, es wäre besser, wenn sich jede/r etwas aussuchen könnte. Aber es gibt natürlich auch Gedanken, Ideen, Erfahrungen, Visionen meinetwegen, die mit mir sterben werden. Sollte ich sie irgendwo hinterlegen? Jemandem anvertrauen? Oder lasse ich auch da den Zufall walten?

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          • Myriade 29. April 2017

            Was materielle Güter betrifft, sollte wohl jede/r ein Testament machen um den potentiellen Erben die Sache zu erleichtern. Auch Immaterielles an dessen Fortbestehen einem etwas liegt, sollte man wohl niederschreiben denke ich ……. schwierige Fragen, die sich so hervorragend zum Vorsichherschieben eignen …..

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    • mickzwo 29. April 2017

      Genau das sind die Fragen, die ich mir im meinem Blog auch stelle. Sie bilden Quasi die Richtschnur. Wie in einem Labyrint scheint man manchmal abseitige Wege zu gehen. Komischerweise (oder so) sind die Fragen immer ähnlich strukturiert. Vielleicht findet man zum Schluß mal eine Antwort die trägt. Möglicherweise ist es aber auch nur eine Zahl oder etwas Vergleichbares – für uns Unverständliches – was wir da finden.

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  1. papiertänzerin 29. April 2017

    Pietätlos mir selbst gegenüber? Nix da, gute, wichtige Frage. Zuallerst meine Nachkommen. Dann Bilder, Texte, Orte, Dinge in denen mein Schöpfergeist steckt. Interessant in diesem Zusammenhang auch die Frage nach der passenden Reisekleidung (aktuell diskutiert auf dem Totenhemd-Blog!). Und für mich die aktuell noch spannendere Frage: WAS KOMMT, WENN DU GEHST? Gute Reise übrigens, wann geht´s los?

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