Urlaub für die Ohren

Fred ist ja so etwas wie der große Bruder von meinem Kimmo. Doch während Kimmo noch immer im Tauchboot sitzt, erlebt Fred schon sein nächstes Abenteuer, das ihn dieses Mal auf der Reise mit Opa Alfred durch Mittelamerika regelrecht erwischt. Fred fällt nämlich gelegentlich durch die Zeit in die Vergangenheit. Und natürlich mitten ins wildeste Geschehen. Wäre ja auch langweilig, auf einer Eisscholle zu landen, die die nächsten Wochen nur träge durchs Meer zieht. Dieses Mal stört er ein Maya-Mädchen bei der Befragung eines Jaguars. Kein Wunder, denn Fred sieht nur das wilde Tier und kann sich gar nichts anderes vorstellen, als dass es das Mädchen angreifen will. Er verscheucht das Tier, dabei, so lernt er später, ist der Jaguar das Seelentier vom Vater des Mädchens und sie versucht ihn zu befragen, um etwas über ihren Vater in Erfahrung zu bringen. Der wiederum ist nämlich in Gefangenschaft geraten und muss gerettet werden, womit auch schon klar ist, was Fred in der Mayawelt erwartet.

Fred ist diese Zeitsprünge schon gewohnt. Dennoch muss er sich jedes Mal wieder auf fremde und vor allem gefährliche Umstände einlassen. Denn die Kinder aus früheren Zeiten führten längst nicht so ein behütetes Leben, wie wir das gewohnt sind. Sie mussten schon von klein an arbeiten und schnell lernen, denn das Leben in der Natur oder in wenig besiedelten Gegenden war hart. Auch das Mädchen Xkik‘, das Fred fortan begleitet, geht nicht zur Schule. Alles, was sie weiß, hat sie von ihren Eltern gelernt oder anderen Erwachsenen abgeschaut. Sie will ihren Vater retten, und auch wenn sie noch keinen Plan hat, ist schnell klar, dass sie einen Weg finden wird. Kinder-hör-bücher gehen schließlich fast immer gut aus. Zum Glück. Denn so bleibt Zeit, ganz nebenher eine ganze Menge über die Kultur der Maya zu erfahren und sich in den Alltag der damaligen Menschen einzufühlen. Eine tolle Erfahrung, die einmal mehr zeigt, dass Menschen eben Menschen sind und waren, egal wo und wann sie auf dieser Erde unterwegs waren.

Birge Tetzner, Fred bei den Maja. Ein Hörspiel für Kinder. Ultramar-Media Berlin 2016. Übrigens, die Stimme von Xkik‘ hat mich umgehauen. Sie gehört Maximiliane Häcke, die unter vielen anderen auch Prinzessin Lillifee spricht.

Einsortiert unter: Allgemein

von

Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comment 1

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s