Das Land meiner Kindheit

der große Garten wird gerade plattgewalzt, eine Neubausiedlung, noch eine. Meine Tante stirbt, als ich komme. Die Leute sagen plötzlich „junge Frau“ zu mir. Der Hund meiner Freundin wird das nächste Mal wohl auch nicht mehr da sein. So viel neue Gräber. Ich bin alt geworden und die Besuche im Land meiner Kindheit sind keine Heimkehr mehr.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 3

    • Stephanie Jaeckel 26. September 2016

      Ja, Berlin ist längst mein Zuhause geworden. Zum Glück. Sonst wäre dieses Wegbröckeln der Vergangenheit noch schmerzlicher. Aber es ist verrückt. Natürlich wissen wir alle von der Vergänglichkeit. Aber solange es die Orte von früher noch gibt, scheint es eine intakte Verbindung dorthin zu geben. Dieses Mal jedoch erschien mir die Reise in die Heimat wie die in eine Ruinenlandschaft. Vielleicht hatte auch die melancholische Herbst-Stimmung ihre Finger mit im Spiel. Ich weiß es nicht. Aber gerade laufe ich noch ganz verstört herum.

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