Nachmittagswunsch

Beim starken Kaffee heute in der Sonne dachte ich, wie das wohl wäre, wenn ich eine Woche Zeit hätte, einmal nur Gedichte zu schreiben. Wie ich dann den Tisch leer räumen und mit einem Sack voller Wörter überschütten würde, die ich stundenlang zu immer längeren Sätzen legen könnte. Wie ich vor einem Obstteller säße und alle Früchte mit Geduld und spitzen Fingern zu einer Collage aller je gesehenen Obstteller zusammen fügen würde. Wie ich einem, der nie bei mir war, die Wände meines Zimmers buchstabieren könnte – tick, tick, tick. Könnte ich zu Liedern anheben meines Schmerzes? Das Stottern meiner Sehnsucht singen und die raue Wut meiner Unfähigkeiten? Wie wäre es, einmal nur Gedichte zu schreiben? Und wann?

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 2

    • Avatar von Stephanie Jaeckel

      Stephanie Jaeckel 16. September 2016

      Hm. Vielleicht liegt es daran, dass ich Anfängerin bin und mich erst mal mit dem neuen Tun auseinander setzen will. Habe ich überhaupt eine lyrische Stimme, wenn ja, kann sie singen, oder will sie laut vortragen, leise wispern, wenig, oder eher viel sagen? Könnte sein, dass ich später auch schnell und spontan schreibe. Oder dass ich gar nichts schreibe. Und am Ende ist natürlich, wie man im Rheinland so sagt, jeder Jeck anders…

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