Mensch sein

Wann, frage ich mich manchmal, wenn ich Zeugnisse früherer Kulturen sehe, wann mögen sich Menschen zum ersten Mal gefragt haben, was es mit ihrem Menschsein auf sich hat. Was sie unterscheidet von Tieren. Oder was ihnen an ihrem Dasein gefällt und was nicht so. Götter oder andere jenseitige Strippenzieher spielten wohl früh im Selbstverständnis unserer Spezies eine Rolle. Es gab offensichtlich schon sehr bald dieses Gefühl, dass es mit dem Erdendasein doch nicht getan sein könnte. Oder dass irgendwo noch jemand sein musste, als Dialogpartner. Ganz alleine auf der Welt unterwegs zu sein, das war wohl zu viel für das menschliche Denken. Und vielleicht steckt ja auch was dahinter. Wenn ich diese alten Menschen sehe, bzw. die Abbildungen, die sie von sich hinterließen, wird mir oft ganz schwindelig. Sie sehen aus wie wir. Aber sie mögen doch ganz andere Vorstellungen in ihren Köpfen gehabt haben. Ob wir uns mit ihnen verständigen könnten?

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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