Das Leben mit Bildern an der Wand

Ein gängiger Snobtalk von Kunstkennern ist ja der über solche Leute, die sich ein Kunstwerk passend zum Sofa kaufen. Ich habe es neulich umgekehrt gemacht. Da gab es das Kissen zum Werk. Ob ich jetzt von den Kissenherstellern schief angesehen werde?

Und sonst? Bilder? Ich hatte eigentlich nie Poster an den Wänden. Obwohl ich das bei anderen immer cool fand. Ich glaube, ich fand nie die richtigen Poster (ganz so wie heute, wo ich gerne bedruckte T-Shirts tragen würde. Aber ich sehe keins, das ich haben wollte). Also, ich hatte lange Zeit nackte Wände. Was nie so sehr gestört hat, weil meine Wohnungen meistens klein waren. Außerdem sind leere Wände fast so gut wie weite Horizonte. Davor denkt es sich leichter.

Mittlerweile habe ich einige Bilder, die auf oft verschlungenen Wegen zu mir gekommen sind. Gekauft habe ich keins (würde aber mal sehr gerne). Ich schaue sie oft an, doch selten so intensiv wie im Museum. Sie spiegeln verschiedene Stimmungen wieder, die ich kenne. Oder Zeiten, in denen ich die Bilder bekommen habe. Einige der Maler/innen kenne oder kannte ich, über einen habe ich einen Artikel in einem Fachlexikon geschrieben. Wenn sie nicht da wären? Ich mag leere Wände. Es wäre keine Katastrophe. Aber ich habe den Eindruck, dass sie mir in meine Wohnung etwas von der Welt draußen hereinbringen. Dass sie wie Fenster sind, wenn auch nur in imaginäre Landschaften. Ob sie etwas über mich aussagen weiß ich nicht. Wahrscheinlich würde ich staunen, was meine Besucher/innen darüber zu sagen hätten. Ob ich einmal fragen soll?

P.S. Heute ist der Todestag von Henri Rousseau. Sehr, sehr schade, dass ich von ihm kein Bild habe.

Einsortiert unter: Allgemein

von

Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s