Bei Tisch ist die Frage meist schnell beantwortet: Fertig gekocht? Fertig gegessen? Zweifel sind zumindest schnell beseitigt. Doch wie ist es bei anderen Dingen? Wann bin ich mit etwas fertig? Wenn der Wecker klingelt, der Abgabetermin gekommen ist? Wenn mir nichts mehr einfällt, ich kein Material mehr habe, alles verbraucht ist? Wenn ich keine Lust mehr habe oder eine neue Aufgabe winkt? Wenn ich beim Optimum angekommen bin, oder wenn es halbwegs funktioniert?
Der Moment, mit einer Arbeit aufzuhören, geht oft an uns vorbei. Vor allem, wenn es tägliche Handgriffe sind oder Routineaufgaben, die ohne große Bedenken fertig werden. Aber bei künstlerischen Dingen, Texten, Bildern (auch Fotos) oder Musikstücken drängt sich die Frage schon auf. Manchmal ist es einfach klar. Punkt. Fertig. Aber es gibt auch Aufgaben, die länger beendet werden, als alles andere. Manchmal muss noch etwas hinzu gefügt, meistens aber doch etwas gestrichen werden. Manchmal gibt es einen „falschen“ Schluss, bei dem man sich vielleicht zu leicht aus der Affäre gezogen hat, machmal schießen aber einfach nur Bedenken wie Pilze aus den Gedanken und verunsichern uns bis hin zu dem Punkt, noch einmal von vorne anzufangen. Stimmt es, dass Perfektionist/innen nie fertig werden? Und wie ist es bei mir: Kann ich Dinge auch gut sein lassen?

mickzwo 26. August 2016
Man kann nicht einmal sagen, was für eine Art der Arbeit es ist. Manche Dinge sind auf Anhieb fertig, andere Dauern ewig. Jedenfalls scheint es oft so. Und es spielt keine Rolle, ob es was Neues ist oder Routine, was man da Angefangen hat.
LikeGefällt 2 Personen
Myriade 26. August 2016
Da gibt es doch diese goldene Projektregel mit den 80% 🙂 80% der Perfektion ist genug, bei den restlichen 20% steht das Ergebnis in keinem Verhältnis zum Zeit- und Energieaufwand … Habe ich einmal gelernt und finde ich insgesamt ziemlich brauchbar …
LikeGefällt 2 Personen
Simmis Mama 26. August 2016
Pareto Prinzip. Ja, praktisch.
LikeGefällt 2 Personen
Stephanie Jaeckel 27. August 2016
Für diejenigen, die nie aufhören können oder wollen, ist das eine mehr als goldene Regel. Aber es gibt ja auch Dinge, die nach eigenen Maßstäben – nicht unbedingt wegen äußerer Maßgaben – gut oder besser werden sollen. Und meine Erfahrung ist: die lästigen letzten 20% retten mich bei wissenschaftlichem Arbeiten vor der Ungenauigkeit.
LikeLike
Myriade 27. August 2016
Ja, man kann nicht alles über einen Kamm scheren 🙂
LikeLike