können wir gerade bei „Zeit-online“ lesen. Zugegeben, dort ist von Urlaubsfotos die Rede, aber ich würde mal sagen, ob Urlaub oder Alltag, das Glück ist gleich groß. Gemeinhin gilt ja das Vorurteil, das knipsende Menschen oberflächlich sind und statt zu gucken oder mal fünf Minuten irgendwo zu sein, schnell ein Foto machen und wieder abdüsen. Ja. Soweit. Aber wer fünf Minuten bleibt und dabei noch fotografiert, schaut genauer hin. So jedenfalls haben es US-amerikanische Psychologen herausgefunden. Und sie bemerkten gleichzeitig, dass die Stimmung von fotografierenden Proband/innen bei einem Museumsbesuch oder einer Stadtrundfahrt besser war, als die der nichtfotografierenden Kolleg/innen.
Aber das ist ja auch so. Wenn ich auf dem 400sten Weg ins Büro bin, habe ich alles schon gesehen, außer ich sperre Augen und Ohren auf und knipse, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Neulich ist mir ein erster Falke begegnet, von den Vögeln, die vor ein paar Wochen hier ausgesetzt wurden. Oder der Wetterfrosch von gestern. Oder eine irre Küchenfee, die noch darauf wartet, ein Klunker zu werden. Alle Bilder sind kleine Goldstücke im Alltagsgewebe. Und was noch besser ist (und für die Urlaubsfotos gleich doppelt gilt): Jedes Foto behält die ganz eigene Stimmung des Moments, in dem es entstanden ist. Ich kann mich immerzu daran erinnern, wie ich mich gefühlt habe, als ich dieses oder jenes Foto (vor Jahren) gemacht habe. Und wenn man Lust hat, kann man sich eine ganze Gefühlskulisse an die Wand hängen. Also, was schreibe ich noch? Los raus, Fotos machen!

Myriade 4. August 2016
Genau so ist es! Oberflächlich, Pfffff ……
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