Erinnern, nicht zurückblicken

Jetzt, nach dem Tod meiner Mutter, scheint bei mir eine Zeit des Erinnerns einzusetzen.Vor allem in Träumen rekapituliere ich alte Erlebnisse. Oder im Laufe des Tages kommt mir ein Traumbild in den Sinn, das aus der Vergangenheit stammt. Großeltern, Tanten, Onkel, Freundinnen, deren Namen ich längst vergessen habe, erste und zweite Lieben, Orte, zu denen ich nicht mehr finden würde, Zeiten, in denen ich eine andere war. Der Grat ist schmal. Denn Erinnern scheint mir wichtig. Um das Bild, das ich von mir und meiner Familie habe, immer wieder neu auszulegen. Zurückblicken und grübeln, ob dies oder das nicht besser gewesen wäre dagegen bekommt mir nicht gut. Don’t look back. sang auch schon David Bowie. Ja, wozu hat man denn Helden?

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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