Warum haben wir so eine Angst davor,

Fehler zu machen? Und wer sind wir? Männer, Frauen, Deutsche, Europäer, Menschen? Mir kommt es fast so vor, als würde der Fehlerteufel immer größer an die Schul-, Büro- und Firmenwände gemalt. Was man alles falsch machen kann! Und was man alles unternimmt, damit einem bloß kein Fehler unterläuft! Wissen wir eigentlich noch, dass Fehler auch ihr Gutes haben? Dass sie uns Wege aus eingefahrenen Situationen weisen? Ein Fehler passiert ja gerne, wenn ein Gehirn zu schnell denkt. Oder zu eingefahren ist. Wer ein Instrument spielt, kennt die Situation, dass Fehler oft an entscheidenden Stellen passieren, dort, wo es anders weitergeht, als erwartet zum Beispiel.

Ich musste neulich mit einer ziemlich fehlerhaften Aufnahme ein Soundarrangement bauen. Erst mal habe ich mich lange über diese Aufnahme geärgert, aber es war klar, dass ich so schnell keine bessere bekommen würde. Also habe ich mich rangemacht. Es war ein langer Prozess. Es ist ein gutes Stück rausgekommen. Die Fehler haben mich immer weiter auf die Suche nach Lösungen geschickt. Und das war in diesem Fall, das Beste, was mir passieren konnte. Denn so ist mir etwas wirklich Überraschendes gelungen. Ein Hoch auf die Fehler. Hoffentlich merke ich mir das…

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 12

  1. Nina Ryschawy 20. März 2016

    Es stimmt, Fehler können einen nach der ersten Enttäuschung ein ganzes Stück weiterbringen. Auch wenn man sich zunächst ärgert, der anschließende Prozess, der mit „das kriege ich schon hin, nicht aufgeben“ beginnt und schließlich in „ich habe es geschafft“ mündet kann ausesprochen befriedigend sein.

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  2. mickzwo 20. März 2016

    Weil instinktiv alle davon ausgehen das Fehler mit Verlusten einher gehen. Das ist schwer zu ändern. Hat man etwas geschafft, dann hat man ja kein Problem mehr. Weil es ja geschafft ist. Also nichtexistent ist. Dann ist man glücklich.
    Fehler offenbaren die Existens von Problemen. Und wer hat schon gerne Probleme?

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  3. Stephanie Jaeckel 20. März 2016

    Es stellt sich was in den Weg. Und genau wie Du schreibst, sind wir darauf geeicht, alles aus dem Weg zu räumen. Oder uns über Hindernisse zu ärgern. Dabei ist der Umweg oft die interessantere Variante. Es gibt im religiösen Denken, zumindest bei den Katholiken, diese Idee, Gott ist das Hindernis. Das kann helfen, den sich auftuenden Umweg mit offenerem Herzen anzunehmen. Hat mir, als ich es mal gehört habe, sehr geholfen.

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  4. Ronja 20. März 2016

    Fehler sind einfach dazu da um uns weiterzubringen.
    Hätte Edison gleich beim ersten Fehler aufgegeben – hätten wir jetzt vielleicht keine Glühbirnen. 🙂

    Fehler sind wichtig, bei manchen Menschen hab ich eher den Eindruck, sie schieben die Angst vor einem Fehler vor, weil sie Angst vor dem Erfolg haben. Erfolg bringt einen oft in neue Situationen und vor neue Aufgaben.

    Deinem Beispiel mit den Katholiken möchte ich auch das mit der Reinkarnation entgegenhalten – wer es nicht schafft sich weiterzuentwickeln (und Fehler dienen auch zur Weiterentwicklung), ist gezwungen stets am gleichen Platz zu verweilen.

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