Bücher haben das menschliche Gehirn geformt. Wie die Computer, die jetzt an der Reihe sind. Ich habe mich gefragt, was Außerirdische denken würden, hätten sie ein Buch in der Hand und möglicherweise keine eigene Schrift. Obwohl ich mir das schwierig denke, wo sie doch UFOs bauen – aber vielleicht käme eine intelligente Spezies tatsächlich ohne Bücher aus. Aber so weit können wir unsere Zeit wirklich nicht mehr zurück drehen. Weil so ein Buch – es sei denn, man hat einen ausgemachten Prachtband in Händen – im Grunde nicht besonders viel hermacht. Und doch ganze Welten beinhaltet. Aber eben, ein Buch ist vielleicht nicht so viel ohne Gehirn, aber unser Gehirn wäre sicher anders ohne Bücher. Aber eigentlich habe ich mich heute gleich mehrfach gefragt, warum so viele Menschen Lust haben, selbst zu schreiben. Es scheint, als sei dies eine relativ neue Idee. Aber damit liege ich vielleicht auch falsch. Wo früher dieses „ich lese gerne“ als Lieblingsbeschäftigung genannt wurde, höre ich heute immer häufiger „ich schreibe Krimis/Kinderbücher/Essais/…“. Ist das vielleicht sogar eine Art Untergangsphänomen? Wo an Stelle der Bücher die Computer die Archive unseres Daseins werden. Öffnen sich vielleicht die Bücher, weil ihnen die Last genommen wird, die einzige gültige Überlieferung zu sein? Oder ist es etwas ganz anderes? Wisst Ihr was darüber?
SätzeundSchätze 26. Februar 2016
Vielleicht ist das ein unbewußter, innerer Aufstand der Menschen: Sie schreiben, weil sie nicht wollen, dass die Maschinen die Herrschaft über unsere Gehirne erlangen? Ein Anschreiben gegen die zunehmende Digitalisierung der Welt?
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Stephanie Jaeckel 28. Februar 2016
Das kann gut sein, vor allem, wenn Menschen nach wie vor mit Stiften auf Papier schreiben, was ich ungeheuer schätze, aber immer noch nicht kann. Ich gehöre zu den Digital-Schreiber/innen, die nur mit einem Bildschirm zum Texten in der Lage sind. Auf einer einsamen Insel mit Heft und Kuli. Keine Ahnung. Kann sein, dass da nix mehr bei rauskäme. Lineares Denken, ja. Das wäre etwas, was bewahrt werden und natürlich auch weiter entwickelt werden könnte.
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SätzeundSchätze 28. Februar 2016
Da käme bestimmt auch was bei raus 🙂
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papiertänzerin 26. Februar 2016
…vielleicht aber auch, weil Schreiben & Veröffentlichen noch nie so einfach war wie heute dank Digitalsierung?
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Stephanie Jaeckel 28. Februar 2016
Klar, ein gebundenes Buch in noch so kleiner Auflage ist auf jeden Fall hübscher, als in der Schublade verbannte Hefte. Aber das Schreiben bleibt anstrengend. Vielleicht, so denke ich manchmal, gehört Schreiben zu einem neueren, selbstreflektierenden Lebensstil. Oder es zählt zu den Handarbeiten, denen sich heute auch mehr Menschen wieder zuwenden…
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wattundmeer 26. Februar 2016
Das war auch mein erster Gedanke.
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Stephanie Jaeckel 28. Februar 2016
Dass es heute einfacher ist, eigenes auch veröffentlicht zu sehen? Oder ist es heute selbstverständlicher, sich auszudrücken?
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