Das Holzrelief ist mittlerweile so seine hundert Jahre alt. Ich habe vergessen, von wem es ist, habe es selbst auch massiv – vor allem farblich – verändert, denn es geht mir nicht um das Werk an sich, sondern um folgendes. Von weitem betrachtet ähnelt diese Holzcollage (zumindest in meinen Augen) einer Tasche. Vielleicht kein elegantes Handtäschchen, eher eine Art Ärztekoffer oder meinetwegen auch einem Handwerkskasten. Sich sein Leben zurechtzimmern, war ein Gedanke, der mir sofort in den Sinn kam. Oder, dass alles zu jedem Moment ein Provisorium ist, wie ich gerade in Henning Mankells Buch „Treibsand“ lese. Vielleicht sollte ich mir mein Leben öfters mal wie so ein zusammengezimmerte Tasche vorstellen, in der ich wohne, herumreise und vielleicht auch verloren gehe, oder von Hand zu Hand weitergereicht werde. Um? Mir der Flüchtigkeit des Lebens, der Bewegung, der Unwägbarkeiten wieder mehr bewusst zu werden. Jeden Tag am Schreibtisch sitzend, die nächsten Wochen im Blick, erscheinen meine Tage oft vorherbestimmt und auf eine Art unverrückbar. Dem aber ist nicht so. Ein Gedanke, der offenbar nicht gut in ein Menschenhirn hineinpasst (aufjedenfallnichtinmeins).
papiertänzerin 12. Februar 2016
… in meins auch nicht, das liegt an den ausgetrampelten Pfaden im Kopf. Deshalb zimmere ich mir heute meinen eigenen Tag …
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Maren Wulf 12. Februar 2016
Wenn der Gedanke nicht in dein Hirn passt, ist es gut, dass du den Ärztekoffer-Handwerkskasten im Blick hast (in den er wirklich gut passt), um dich an die Unvorherseh- und Verrückbarkeiten des Lebens zu erinnern. 😉
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