Weshalb ich gerne nach Neukölln gehe

Belegte Kuchen zumindest gibt es nicht in Kreuzberg. Hier haben Edeltartes und Cupcakes aller Couleur Einzug gehalten. Während so was!? Ich meine, man kommt ja ins Denken, schließlich sind Kuchen tatsächlich oft belegt und Obst auf Brot wäre vielleicht auch mal was und überhaupt: wieso frühstücke ich eigentlich immer – fast – dasselbe?

Tatsächlich, aus Neukölln komme ich oft mit Lust aufs Experimentieren nach Hause. Während in vielen edleren Stadtteilen die Laune zwischen Unbezahlbarem gefriert, entspanne ich hier zu neuen Ideen. Nein. Ich meine nicht, dass Armut kreativ macht. Neukölln gehört nicht zu den Berliner Slums. Es gibt nur nicht so viel Gediegenes, Festgelegtes. Das meiste ist bunt, schrill und billig. Und beweglich, zumindest in meinem Kopf.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 2

  1. papiertänzerin 19. Januar 2016

    … habe gerade in einem Buch über Kreativität gelesen, dass schon kleine Veränderungen des Alltags z.B. veränderte Frühstücksgewohnheiten kreativer machen. Der Versuch erfolgte in den Niederlanden: anstatt ihr Weißbrot mit Schokostreuseln zu bestreuen, sollten die Teilnehmerinnen ihr Brot mit der Butterseite in die Schokostreusel tunken und siehe da, im anschließenden Assoziationstest waren sie kreativer als die konventionellen Frühstücker ;-)) Also warum nicht mal belegten Kuchen zum Frühstück und gucken was passiert?

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    • Stephanie Jaeckel 19. Januar 2016

      Die Niederlanden und ihre Schokostreusel. Das wäre ja auch mal ein Kapitel (und was habe ich sie als Kind geliebt, die Streusel!) – Scheint mir plausibel. Nix ist langweiliger als gewohnte Frühstückstische, wo jahrelang dieselben Marmeladen und Consorten auf dem Tisch stehen. Oder die Croissants nur am Sonntag. Ich habe bei einer Freundin in der Schweiz kennengelernt, was ordentlich frühstücken heißt: von allem, worauf man Appetit hat, auf den Tisch stellen. Gibt jeden Morgen was anderes. Wenn der Kühlschrank denn voll ist – und der Obstkorb…

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