Wer wie ich meist nur parkende Autos, Bäume und Himmel fotografiert, kann sicher meine Hektik verstehen, als ich den kleinen Püschel möglichst schnell und vollständig aufs Bild kriegen wollte – von Umgebung, Bildausschnitt und allen anderen künstlerischen Feinheiten mal abgesehen. Der Hund ist tatsächlich drauf (weitgehend), aber der Hintergrund fehlt fast vollständig: Die Schmuckabteilung bei Karstadt in Berlin Neukölln. Ich meine, was machen kleine Hundepüschel in der Schmuckabteilung von Kaufhäusern? Herrchenseelenallein. Erst dachte ich, jemand hätte eine Verkleidung aus Star Wars unter dem Verkaufstisch versteckt. Aber es war ein echter Hund. Und er sah nicht aus, als hätte er Star Wars schon gesehen. Im Gegenteil. Er schaute rum, als verstehe er nur „Bahnhof“. Nicht mal festgebunden saß er geduldig da, die Leine lag unvertäut am Boden. Und? Vielleicht hätte ich ihn mitnehmen können? Ist zwar nicht ganz mein Fell, aber klein genug für meine Wohnung. Und die Ohren finde ich richtig süß. Waren Herrchen und Frauchen schon in den Winterurlaub abgedüst, und hatten Püschel im Kaufhaus zurück gelassen? Oder hatte einer von beiden die falsche Leine gegriffen und war mit einem anderen Hund nach Hause gedackelt? Ja, jetzt aber! Ich weiß es nicht. Denn mein Rucksack war so schwer, dass ich schnell zum Rad und noch schneller nach Hause wollte. Mit einem fast ganzen Püschel in der Kamera.

mannigfaltiges 17. Dezember 2015
Hach!
Will sagen: mei is der nett!
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mannigfaltiges 17. Dezember 2015
Aber so wie der guckt ist Frauchen (wg Schmuckabteilung und überhaupt) nicht weit weg.
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Stephanie Jaeckel 18. Dezember 2015
Nö, da war kein Frauchen (wieso eigentlich Frauchen???) weit und breit. Icke hab doch Augen im Kopp. Aber Kaufhäuser sind natürlich raffiniert, vom Schmuck rutscht man unmerklich zu den Haaren, zu den Düften, zu den Make-ups. Vielleicht war sie einfach nur abgedriftet.
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