„Es gibt die Zeit, auf dem höchsten Gipfel zu stehen. Es gibt die Zeit, auf dem Grund des Ozeans zu gehen.“ So fängt eines der Jugendbücher an, die gerade an meinem Bettrand liegen. Ein Satz, den ich schon so oft gehört und vermeintlich verstanden habe, bis ich gestern vor allem so deutlich vor Augen hatte, wie sehr Arbeit meine Zeit beherrscht. Sie drängelt sich vor wo sie kann, dabei ist sie längst nicht alles. Denn es ist eher so, dass, wenn die Zeit mir ist, es auch die Arbeit ist. Dagegen verliere ich Zeit, oder renne ihr hinterher, wenn ich der Arbeit, einem festen Pensum oder einem bestimmten Ergebnis nachjage. Herzrasen und Schlaflosigkeit inbegriffen. Natürlich gibt es Termine. An die halte ich mich zu gerne. Denn wenn ich etwas nicht in der verabredeten Zeit schaffe, liegt es einzig und allein auf meinen Schultern. Aber es gibt auch Tage, an denen ich die Karten anders mischen kann, wo „alles“ ins Spiel kommt, nicht nur der Job. Um auch wieder alles zu sein, ein ganzer Mensch, und nicht nur ein „Schreiberling“ – wie ich gestern mit Schrecken wieder irgendwo lesen musste… Der Ling wird zur Königin und herrscht übers eigene Reich: Alles hat seine Zeit!

Myriade 13. Oktober 2015
GEnau, siehe Kohelet 🙂
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papiertänzerin 14. Oktober 2015
… verrätst du das Jugendbuch?
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Stephanie Jaeckel 14. Oktober 2015
Ja klar verrate ich das, sage aber noch nicht, ob es gut ist, weil: war ja erst die erste Seite. Ruth Ozeki: Geschichte für einen Augenblick. Frankfurt/Main 2014.
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papiertänzerin 14. Oktober 2015
merci.
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