Montage gab es schon ziemlich viele in meinem Leben, auch so einige blaue. Aber heute – !? Der war schon speziell mit einem strahlenden Himmel, einem eiskalten Wind und einem Blau, in dem sich jeglicher Wille zum Arbeiten augenblicklich verflüchtigte. Ich gab mich schnell und nicht ungern geschlagen. Mittags auf dem Weg zu einer Freundin dann ein Toter auf dem Bürgersteig. Ein so komisches Bild, weil enorm ungewohnt, aber sofort glasklar, „der ist tot“, so liegt keiner, der noch lebt. Zumal einige Leute ratlos daneben standen und keiner half oder sich kümmerte. Niemand schaute zu Boden, der Mann hatte die Hose runtergezogen, ein unschöner Tod, ob durch eigenes Verschulden oder durch Gewaltanwendung. Gleichzeitig das komische Gefühl, dass es gut war, ihn gesehen zu haben. Als wenn es noch irgendwas retten könnte (und wenn eben doch?). Ein vergnügliches Mittagessen mit meiner Freundin, ein kleiner Bummel noch. Auf dem Rückweg, kurz vor meiner Haustür, dann selbst fast gestorben: von einem bei rot über die Kreuzung rasenden Auto eben nur fast erwischt: 5 Zentimeter haben gefehlt. Und mein Herz tat noch stundenlang weh. Sterben an einem so strahlenden Herbsttag. Kläglich oder schnell. Vor allem doch – und gegen jede Vernunft – unerwartet.

Ruhrköpfe 13. Oktober 2015
schön, dass es dir gut geht 🙂
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Stephanie Jaeckel 13. Oktober 2015
Ja, der Morgen nach einem solchen Montag ist ein echtes Geschenk. Tatsächlich so, als wäre mir noch ein weiteres Leben geschenkt. Und das, obwohl es sowas von kalt und grau ist.
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papiertänzerin 13. Oktober 2015
… was für ein Tag, und wie gut, dass heute ein neuer geschenkter Tag für dich, und mich und uns da ist!
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Stephanie Jaeckel 13. Oktober 2015
man vergisst es halt schnell. alles scheint „normal“, dabei ist so vieles einfach nur glück (und das am laufenden band).
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