Chinaborsten

Da war ich doch einen Moment platt: „reine Chinaborsten“ – ? Klar, irgendwas muss vorne ja am Pinsel dran sein, aber was sind Chinaborsten? Chinaböller kenne ich. Aber Borsten wachsen nur am Vieh. Also Chinaviehborsten? Und warum rein? Weil noch keine Farbe dran klebt. Ja, was denn? Der freundliche Fachverkäufer? Dann doch lieber Google. Und klar: Schweine. Je älter das Tier, desto länger die Borsten. Und rar werden sie. Weil die Schweinchen jung besser schmecken. Meine reinen Chinaborsten sind eher kurz. Und mittlerweile rot. Nö. Kein Blut. Rote Kringel in der Küche. Weil bald schon wieder Herbst kommt. Und dann der Winter. Da brauche ich Farbe.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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