Wenn es heiß ist, höre ich Musik anders. So als schmelze die normale Distanz weg, die ich zu Tönen und Geräuschen halte. Heute zum Beispiel habe ich bei satten 38°C Papierrascheln gehört wie noch nie. Sicher auch, weil mehrere Personen in einer schönen Choreographie gleichzeitig raschelten. Und weil ich bei Hitze so lethargisch werde, war es gleich auch noch so, als schwebte ich in einer Papierwolke.
Bei der Aufführung meiner eigenen ersten Komposition änderte sich auch Gewohntes in Neues. Denn wo ich normalerweise nach zwei Minuten schon Angst bekomme, die Zuhörer/innen könnten sich langweilen und das Ende des Stücks herbeisehnen, legte sich wohlige Zeitlosigkeit über mich. Sogar angesichts zweier pöbelnder Gäste, die sich laut lachend auf die Schenkel klopften, wohl um zu demonstrieren, für wie bescheuert sie das Ganze hielten. Ich habe trotzdem alles gehört und anders als sonst (ein Hoch auf die Affenhitze!) jeden Ton am richtigen Platz gefunden. Wenn die Wetterfrösche nicht irren, soll es morgen noch einmal so heiß werden!

Peter 5. Juli 2015
Das klingt spannend, hätte ich gern gehört. Ich war aber mit einem eigenen musikalischen Hitzeerlebnis beschäftigt. https://www.facebook.com/events/877529725673155/
Schönen Sonntag
Peter
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papiertänzerin 6. Juli 2015
… eine Papierwolke als Hörerlebnis, das gefällt der Papierfrau natürlich 😉
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