Mein neuer Bürokollege

kommt aus Spanien. Rapido/Pido, auch liebevoll „Dickerchen“ genannt, ist für die Arena ausgebildet und lernt gerade die Büroarbeit lieben. Wahrscheinlich war er einfach zu verspielt, um Runde um Runde einem falschen Hasen hinterher zu laufen. Er wurde aussortiert und hatte Glück, dabei nicht gleich an den nächsten Baum gehängt zu werden oder sämtliche Knochen gebrochen bekommen zu haben. Er ist unglaublich zurückhaltend, geradezu höflich, was darauf schließen lässt, dass er mit gutem Benehmen eine Weile auf der Straße überlebt hat. Ob er von dort seine Vorliebe für Möhren (Veggi-Knochen) und Äpfel hat? Auf jeden Fall hatte er Glück, kam in ein Hundeheim und von dort zu seinem neuen Rudel, meiner Kollegin und ihrem Freund. Wenn er sich auf den Boden legt sieht er aus wie ein gefällter Baumstamm, so lang ist er (im Körbchen rollt er sich natürlich nach Hundemanier zusammen). Und er passt mit seiner Nase genau auf meine Schreibtischplatte. Wo er gelegentlich die Lage peilt. Dann schnuppert er ausdrücklich an der Möhre oder dem Apfel. Mehr nicht. Selbst wenn ich in die Küche gehe, liegen Obst und Gemüse noch da. Aber Pido hat sie meist immer noch aufmerksam im Blick. Ich freu‘ mich, dass ich mich auf ihn verlassen kann. Nur weiß ich beim besten Willen nicht, wie man so einen großen, dünnen Hund fotografiert!

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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