Ein Häuschen ganz für mich,

auf einer Insel, mit Meerblick und vielleicht mit dieser Feigenbaumkrone. Das wünsche ich mir manchmal. Wenn es in der Stadt zu laut ist, zu voll und meine Gedanken um Dinge kreisen wie Fliegen um stinkige Reste. Mein Dach würde rauschen bei jedem Wind, der aufkäme und ich säße morgens, in der Dämmerung mit einem heißen Kaffee vor der Tür. Ich würde endlich die Vögel unterscheiden können, die den Himmel kreuzen und manchmal wäre ich mutig genug, im Meer zu schwimmen. Ich könnte so viel Blau sehen, bis sich mein Herz beruhigt. Ich könnte die Augen schließen, wenn nachmittags die Wolken kommen und es angenehm schattig wird, überall wo es mir gefällt. Heute muss eine Wohnung ganz für mich reichen. Die Amseln singen und die Schwalben kreuzen den Himmel. In den Abend treiben Wolken, die einen Regen versprechen, so dass vielleicht meine Träume rauschen heute Nacht.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 4

    • Avatar von Stephanie Jaeckel

      Stephanie Jaeckel 17. März 2016

      Hach, gerade jetzt, wo viele Kolleg/innen den Osterurlaub vorbereiten und ich am Schreibtisch festklebe, erinnerst Du mich an das Häuschen… – aber was soll’s: Heute ist der Himmel über Berlin gigantisch blau und Kaffee kann ich mir auch hier immer kochen. Ja, und tatsächlich, das kleine Haus war der Hammer! Es steht (hoffentlich immer noch) auf Madeira.

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