Liebe, Freundschaft, Tod. Hier geht es für Menschen um immer und ewig, und so groß das Pathos ist, so banal ist (gelegentlich) die Wirklichkeit. Wer ewige Liebe geschworen hat, mag Zweifel kennen. Auch beste Freund/innen sind schon auseinander gegangen. Einzig der Tod hält sich an sein Versprechen. Tot bedeutet für immer tot. Und dieses „für immer“ ist eines der schwierigsten, das ich kenne. Mein Freund Emanuel ist heute vor sechs Jahren gestorben. Und in der schönen Mittagssonne hat mich diese Ewigkeit fast erschlagen. Seit sechs Jahren gehe ich gelegentlich an sein Grab. Emanuel besuchen heißt seitdem Blumen gießen. Und einen leeren Kopf bekommen. Ich kann Sterben begreifen, ich kann den Tod an sich respektieren, aber bei meinem Freund komme ich damit nicht rum. Sich einmal mehr „einfach“ einen Abschied denken, wo der eine woanders ist und ich hier. Vielleicht begreife ich die Sache später besser. Die Leere im Kopf zumindest kann ich aushalten. Sie reißt mich aus dem Alltag. Vielleicht der Vorgeschmack aufs eigene Sterben.

Maren Wulf 11. Juni 2015
Liebe Stephanie, deine heutigen Zeilen haben mich sehr berührt. Pathos hin oder her: Ich glaube, dass es Menschen, besondere Menschen, gibt, die tatsächlich „für immer“ fehlen. Nicht immerzu und auch nicht immer gleich stark, eher – immer wieder. In meinem Kopf und Herzen gibt es auch so einen Freund… Liebe Grüße!
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papiertänzerin 11. Juni 2015
… auch mir gehen deine Worte unter die Haut. Und auch meine kleine Tochter fehlt für immer – in diesem Leben. Für mich bleibt offen, ob es ein “ für immer“ ist. Die Ewigkeit ist so groß, da stelle ich mir lieber ein Wiedersehen vor. Und wenn es dann anders kommt, weiß ich ja, wie es ist mit dem Tod (oder ich weiß eben nichts mehr). Emanuel schicke ich heute einen Gruß in den unbekannten Raum und dir einen ins Leben!
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Stephanie Jaeckel 11. Juni 2015
Danke für Eure Notizen. Wie tröstlich. Diese Traurigkeit überfällt einen ja gelegentlich und schüttelt einen und lässt nicht ab und stellt Fragen, wo es keine Antworten gibt. Ich blättere in Erinnerungen.
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