Ich kann mich noch daran erinnern, wie erwachsen ich mich fand, als ich mit meinen Freund*innen nicht mehr spielte, sondern redete. Heute mag ich darüber müde lächeln. Ein Zeichen von Erwachsenwerden? Ja klar, aber… Doch, ja. Gedankenspiele gehen natürlich immer noch. Vielleicht ist gemeinsam kochen noch so eine Art Spiel. Oder einen freien Tag gemeinsam gestalten. Quatsch machen gehört für mich eindeutig auch zum Spielen. Oder mit den Hunden toben. Den Wald erkunden. Im Meer rumspringen. Schöne Sachen – aber gar nicht so viel. Gesellschaftsspiele oder Karten sind nicht meins. Die fallen also weg. Gemeinsam Musik machen leider auch. Auf Wanderungen und im Museum: Ich sehe was, was du nicht siehst (abgewandelt). Tanzen wäre noch so eine Art Spiel, mache ich gerade aber nicht. Verliebte spielen. Aber das war’s am Ende wohl schon. Mit wem spielt Ihr? Oder mit wem würdet Ihr gerne wieder anfangen?
Ein Tag ohne Entscheidungen
Alltag ist immer auch dieses schnelle Abhaken von Entscheidungen: rechts-links? Geradeaus? Pause? Weiter? Rechts? Links? wie lange noch? – und dann irgendwann der Break: „Alles andere für Morgen“ und Feierabend, oder was dann noch so ansteht.
Wenn ich eine Weile unterwegs war, halte ich zwei oder drei Tage in Folge frei, um wieder anzukommen und mich neu zu sortieren. Das hat sich als sinnvoll erwiesen, weil Reisen, egal, ob sie privat oder beruflich sind, immer einen gewissen Perspektivwechsel mit sich bringen. Es findet also etwas statt, das ich nicht verpassen möchte.
Aber wie schwer es mir fällt, nicht gleich wieder los zu rennen. Klar, wer weg war, hat ein paar Dinge sofort zu erledigen. Weil einfach immer etwas anfällt, was keinen Aufschub duldet. Aber das ist schon abgehakt. Seitdem stehe ich permanent auf der Bremse. Und stelle fest, wie viel ich mache, um einfach beschäftigt zu sein. Und leider: Auf der Bremse stehen ist auch schon wieder was. Und nicht nichts.
Deutschland, aufgeräumt
Als ich neulich mit der Bahn unterwegs war, fiel mir beim Blick aus dem Fenster wieder ein, warum ich als Kind – und auch als junge Frau – Deutschland für so langweilig hielt. Ich weiß es mittlerweile besser, denn es gibt erstens wildere Gegenden als diese hier, und auch die langweiligen Gegenden weiß ich auf eine gewisse Weise zu schätzen. Allerdings gebe ich gerne zu: Als ich in diesem Moment aus dem Zugfenster schaute, hätte ich doch um Längen lieber den Pazifik gesehen…
So gesehen
auf einer Hauswand in Tübingen. Könnte auch von Hölderlin stammen… (obwohl der natürlich noch keine Hamster im Käfig kannte, sondern nur die freien auf dem Feld).
Die Wahl haben
So viele Vorfahren haben dafür gekämpft. Und auch wenn es am Ende fast immer nur Kompromisse sind. Wer sich augenblicklich auf der Welt umschaut, weiß, es ist keine Bürger*innenpflicht, es ist ein Privileg.
Umsonst und draußen
und so viel Schönheit…
Ein Hotel in der deutschen Provinz
Und wer findet die Steckdose?
Sich nicht im Können verschwenden,
sondern neugierig bleiben. Gilt für die so genannten „Kreativen“, aber – beim genaueren Hinschauen – für alle anderen auch.
Geduld
gehört zu den Fähigkeiten, die ich in einer nur sehr kleinen Portion mitbekommen habe. Wenn ich eine Lösung vor mir sehe, muss sie JETZT umgesetzt werden.
Umgekehrt: Ohne Geduld kommt man nicht weit. Alles abbrechen, was nicht bei Drei erledigt ist? Und wenn man in einer Sackgasse landet, flennen und Rückwärtsgang einschalten? Keine erfolgsversprechende Aussicht.
Also beiße ich mir einmal mehr die Zähne an Geduld aus. Wobei: Schon das Bild sagt es: Geduld ist besser zu lutschen als zu kauen. Jedenfalls wenn eine die Zähne behalten will.
reminder
So gesehen auf (ja) dem Berliner Bahnhof Südkreuz. Für meinen Geschmack noch ein bisschen versteckt. Würden wir öfter dran denken, hach, das könnte fast wie Urlaub im Alltag werden. Dreimal weniger Streit. Mindestens. Einen herzlichen Dank an den Himmel – der den perfekten Hintergrund gezaubert hat.








