Autor: Stephanie Jaeckel

Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Neulich, in der Bankfiliale

„Ich brauche eine Unterschrift für meinen Steuerberater. Er möchte meine Kontoauszüge direkt einsehen. Ich habe das Formular dabei.“ „Ich weiß nicht, wie das geht. – Also das kann dauern.“ Schaut sich das Formular an, dann patzig zu mir: „Also, das muss ja erst mal von Ihnen unterschrieben werden. Aber dann – also, das kann dauern. […]

Mit wem spiele ich eigentlich noch?

Ich kann mich noch daran erinnern, wie erwachsen ich mich fand, als ich mit meinen Freund*innen nicht mehr spielte, sondern redete. Heute mag ich darüber müde lächeln. Ein Zeichen von Erwachsenwerden? Ja klar, aber… Doch, ja. Gedankenspiele gehen natürlich immer noch. Vielleicht ist gemeinsam kochen noch so eine Art Spiel. Oder einen freien Tag gemeinsam […]

Ein Tag ohne Entscheidungen

Alltag ist immer auch dieses schnelle Abhaken von Entscheidungen: rechts-links? Geradeaus? Pause? Weiter? Rechts? Links? wie lange noch? – und dann irgendwann der Break: „Alles andere für Morgen“ und Feierabend, oder was dann noch so ansteht. Wenn ich eine Weile unterwegs war, halte ich zwei oder drei Tage in Folge frei, um wieder anzukommen und […]

Deutschland, aufgeräumt

Als ich neulich mit der Bahn unterwegs war, fiel mir beim Blick aus dem Fenster wieder ein, warum ich als Kind – und auch als junge Frau – Deutschland für so langweilig hielt. Ich weiß es mittlerweile besser, denn es gibt erstens wildere Gegenden als diese hier, und auch die langweiligen Gegenden weiß ich auf […]

So gesehen

auf einer Hauswand in Tübingen. Könnte auch von Hölderlin stammen… (obwohl der natürlich noch keine Hamster im Käfig kannte, sondern nur die freien auf dem Feld).

Die Wahl haben

So viele Vorfahren haben dafür gekämpft. Und auch wenn es am Ende fast immer nur Kompromisse sind. Wer sich augenblicklich auf der Welt umschaut, weiß, es ist keine Bürger*innenpflicht, es ist ein Privileg.

Geduld

gehört zu den Fähigkeiten, die ich in einer nur sehr kleinen Portion mitbekommen habe. Wenn ich eine Lösung vor mir sehe, muss sie JETZT umgesetzt werden. Umgekehrt: Ohne Geduld kommt man nicht weit. Alles abbrechen, was nicht bei Drei erledigt ist? Und wenn man in einer Sackgasse landet, flennen und Rückwärtsgang einschalten? Keine erfolgsversprechende Aussicht. […]