Vorfreude

Vielleicht ist es auch eine Frage von halb voll und halb leer, wenn wir uns auf der Kippe zu einem neuen Jahr befinden. Für einige ist es der Rückblick, für andere die Vorfreude, die bewegt. Die letzten Jahre habe ich mir Zeit genommen, um das gerade vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Dieses Mal mag ich nicht. Und auch die Vorsätze, für die ich mir sonst mindestens einen Nachmittag einräume, sind schon gefasst: Mehr schwimmen, mehr lesen. Fertig. Und doch ja, wie immer: netter sein. Wobei nett wirklich nett meint. Also von Herzen.

Was ich wohl stets von neuen Jahren erwarte, sind Antworten. Vermutlich habe ich die auch immer bekommen. Nicht selten übrigens als Enttäuschungen. Und wo mir hier und da doch Momente aus dem letzten Jahr in der Erinnerung aufflackern, würde ich sagen, ich bin in den letzten Monaten ein bisschen weiter gekommen in meiner Menschwerdung. Nicht als besserer Mensch, aber doch als einer, der und die sich der eigenen Grenzen (aber damit natürlich auch der eigenen Möglichkeiten) umfassender bewusst geworden ist. Ein Zustand des Selbst-Bewusstseins, der die Wahrnehmung von Welt leichter macht (allerdings vielleicht auch mehr Schubladen bereit hält, aber ich möchte nicht gleich wieder mäkeln, wenn etwas leichter und greifbarer wird).

Ansonsten ist ja noch Zeit für einen Rückblick, falls es mich heute oder morgen doch noch packt. Und für weitere Vorsätze. Zum Beispiel auch den, der mir gerade noch einfällt: Wieder öfters mit meiner Kamera, und damit bewusster, zu fotografieren, als schnell eine Aufnahme mit dem Handy zu machen. Denn tatsächlich sind viele Klunker erst gar nicht geschrieben worden, weil das Bild fehlte. Schade eigentlich.

Filed under: Allgemein

von

Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comment 1

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s