Einsamkeit und Liebe

Wann begreife und akzeptiere ich, dass diese beiden Begriffe zusammengehören wie die beiden Seiten einer Medaille? Partnerschaften sind das Eine. Und eine höchste Kunst. Liebe gehört in Partnerschaften. Liebe teilen auch. Aber.

Am Ende bleibe ich damit alleine.

Partnerschaft braucht Kommunikation, Offenheit in guten wie in schlechten Zeiten.

Meine Liebe jedoch steht außerhalb der Zeit. Sie hat andere Regeln. Sie läßt sich nicht verhandeln.

Sie verlangt, dass ich nicht klüger bin als mein Gegenüber. Dass ich Enttäuschungen ebenso akzeptiere wie große Begeisterung. Eine Form von Demut wahrscheinlich. Und das hat nichts mit sich kleinmachen zu tun. Aus eigener Erfahrung weiß ich: Wenn ich auch die fiesen Seiten eines Gegenübers akzeptiere, bin ich nicht schwach, sondern kann mich im Fall leichter trennen, weil ich mich nicht verstrickt habe. Das bedeutet nicht, dass mich mich nicht einlasse. Das bedeutet, dass ich Abstand halte.

Bei großer Begeisterung und großer Enttäuschung ist es besonders schwierig, Abstand zu halten. Ich möchte Begeisterung halten und Enttäuschung überwinden. Aber das wäre wohl so, wie sich gegen einen aufziehenden Sturm zu stellen. Große Gefühle kommen und gehen.

Ich liebe und ich bin einsam. Gleich muss ich putzen, waschen und die Hofparty für heute Abend vorbereiten. Ich möchte zwei Texte schreiben und unbedingt noch etwas lesen. Und über meinen Traum von letzter Nacht noch einmal nachdenken. Darin kam ein Freund, der vor 12 Jahren gestorben ist, plötzlich lebendig wieder zum Vorschein. Ich war zum Bersten glücklich. Auch nach dem Aufwachen. Weil auch diese Freundschafts-Liebe außerhalb der Zeit steht. Und mir in meiner Einsamkeit größte Momente beschert.

Filed under: Allgemein

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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