Sich sehen

Ja. Ich bin immer noch mit meiner Reise beschäftigt. Denn ich merke, wie sehr sie mich aus meinem Schneckenhaus katapultiert hat. Oder andersherum: Wie tief ich mich ins Schneckenhaus verkrochen habe. Keine Bange. Die Seite heißt weiterhin „Klunker des Alltags“, das heißt, ich werde den Alltag weiter feiern und nicht mit dem Verteufeln anfangen. Aber ich habe gespürt, wie schnell Routinen die Sicht auf die Welt verstellen können. Und natürlich auch nix gegen Routinen.

Sich in der Kunstwerken zu spiegeln, ist eine alte Technik. Die wir immer wieder vergessen, weil wir meinen, Bewerten oder Einordnen würde schon reichen. Gilt genauso fürs Lesen. Und wer sagt denn, dass ein Museumsbesuch mitten in der Woche verboten ist? Klar. Arbeit ist Arbeit. Aber wenn ich es heute oder morgen nicht schaffe – den Plan kann ich ja in der Hinterhand halten. Wenn doch plötzlich Zeit ist. Ach ja, noch etwas. Wer sich in Kunstwerken spiegeln will, muss sich wenigstens ein bisschen mögen. Womit klar wird: Sich mögen, ist kein Privileg der Jungen, Schönen, Erfolgreichen. Es ist eine Lebensnotwendigkeit.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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