Gegen den Strom schwimmen

Gestern war zum Beispiel so ein Tag. Schon beim Aufstehen hatte ich das Gefühl, nach Kräften rudern zu müssen, um überhaupt aus dem Bett zu kommen. Nicht, dass ich unausgeschlafen gewesen wäre. Es ging mir gut. Aber jede kleinste Anstrengung verbrauchte – zumindest gefühlt – Bärenkräfte.

Was tun? Mittags fühlte ich mich, als hätte ich einen 16-Stunden-Tag hinter mir. Jeder einzelne Muskel war bleischwer und im Kopf Nebel und Trägheit. Nicht mal Kaffee konnte was ausrichten. Am Liebsten hätte ich mich hingelegt und die Decke über den Kopf gezogen. Ein Gedanke wurde immer lauter: Das bringt doch nix! – Und ja, für einen kurzen Text habe ich so lange gebraucht, wie sonst für drei (und natürlich musste ich ihn heute Morgen als Erstes noch mal umschreiben). Alle Anfragen haben mich genervt statt gefreut. Jeder Anruf war einer zu viel. Und dann?

Doch, ich habe mein Tagespensum am Ende geschafft, und sogar noch mit einer sensationellen Linsensuppe gekrönt. Und: Nein. Es hat nicht keinen Sinn. Auch ein Text ist mehr als keiner. Wenn ich an so einem Tag einknicke, so, zumindest meine Einschätzung heute, werde ich beim nächsten und übernächsten Mal vielleicht zu früh die Pausentaste drücken. Nichts gegen Pausentasten! Aber zu früh auszusteigen, erholt oft nicht, sondern macht schlapp und schlapper. Und das werde ich in den nächsten Jahren ganz von selbst. Also: Weiterschwimmen.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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