Dornröschen

Eine Schönheit ist sie nicht – unsere Hofmauer, die seit mehr als einem Jahrzehnt wieder ans Licht gekommen ist. Aber, seufz, sie ist wieder da!

Ich kann mich noch – wenn auch nicht wirklich gut – an den Tag erinnern, als Handwerker in den Hof kamen und gelbstichige Holzpaneelen vor die Backsteinmauer schraubten. Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht. Da stand eine Mauer, und plötzlich war da eine abwaschbare Oberfläche. Wer braucht das denn? Vor allem: Auf eine Skala von 0 (prima) bis 10 (abscheulich) war die neue Lösung mindestens eine 14. Und das Schlimmste: Nix zu machen. Das Ding war dran, bevor man irgendwen von der Hausverwaltung auch nur ans Telefon bekam.

Ich musste mich arrangieren. Morgens fiel mein erster Blick auf senfgelb. Und wenn es sehr sonnig war, blendete diese glänzende Oberfläche ganz schön. Das Grauen hatte ein Ende. Ohne dass ich wirklich nochmal damit gerechnet habe. Den gelben Bauschaum knibbele ich in meinen Arbeitspausen ab. Eine Stahlbürste habe ich auch schon besorgt. Was soll ich sagen – ich freu mich!

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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