Da sitzen sie nun

Der Baum vor meinem Fenster wurde vorgestern gefällt. Schlimm genug – obwohl ich die Entscheidung verstehe: Er wurzelte in einer sehr schmalen Mauer, sehr kippelig, und wuchs, wie gesunde Bäume das nun mal tun. Die Gefahr, dass er bei einem der zukünftigen Stürme in den Hof stürzen könnte, war zumindest gegeben. Besonders mochte ich sein „Winken“. Er hatte so lange Rispen-Blätter, die sich zum Sommer hin wie Palmwedel auswuchsen. Und jede leichte Brise wurde mit einem huldvollen Fächeln beantwortet. Auf diese Weise hatte ich tagsüber bewegte Lichtspiele in meiner Wohnung. Jetzt knallt die Sonne. Doch, die Helligkeit ist für mich schon ein Vorteil. Ich habe also ein lachendes Auge. Aber die Spatzen, die am Abend nach dem Abtransport des Baumes ratlos auf dem Zaun saßen, ach… zum Glück wohne ich gleich vor einem Park. Sie werden also eine neue Wohnung finden.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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