Ich muss erst mal aufräumen

So zumindest fühlt es sich für mich gerade an, wenn ich den Impuls spüre, Freund/innen einzuladen. Seit ich eine Woche im Haus meiner Eltern gewirkt und gewerkelt habe, hole ich meine eigene Unordnung nicht mehr richtig ein. Oder eher: Nicht die Unordnung ists, sondern die Fülle. Meine Wohnung ist klein und offensichtlich habe ich mehr Neuzugänge als reinpassen. Allein die Gitarre unterzubringen, brauchte einige logistische Veränderungen. Sie hat zum Beispiel drei Kisten mit CDs verdrängt, die jetzt rumstehen. Ordnung geht anders.

Was mich daran gerade überfordert: das wird ja so bleiben. Wohnungen wachsen nicht. Jedenfalls nicht wenn sie, wie meine, über 140 Jahre alt sind. Bislang fand ich das mehr als o.k., diese Idee, dass eben was rausfliegt, wenn was neues reinkommt. Aber gerade hadere ich. Ich merke nämlich, dass ich nicht nur gerne wenig habe, sondern auch viel. Patt. Gleichzeitig macht mich die Fülle nervös. Überall liegt was rum. Wahrscheinlich muss ich das jetzt so lange aushalten bis – entweder ein Wunder geschieht, oder ich eine Lösung finde. Zum Glück wird das Wetter wieder besser. Draußen stört mich das alles nämlich gar nicht.

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Wer die Welt erkennen will, sollte genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingeschaut. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit. Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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