Die Zeit nutzen

Ach ja, das sieht uns ähnlich. Kaum sitzen wir fest, überlegen wir, wie wir die viele Zeit nutzen können. Baumärkte erleben einen Ansturm, neue Hobbys werden erprobt, Sport auf engstem Raum organisiert, Stundenpläne aufgestellt, um bloß nicht – ja, was eigentlich?

Muss man angesichts der eigenen Nichtsnutzigkeit wirklich gleich in Depressionen verfallen? Könnte es nicht auch eine Lektion in Demut werden, während einer Pandemie mal das Steuer loszulassen. Aus dem Aktions-Modus in Passivität zu verfallen? Hilflosigkeit – und sei sie nur kurzfristig – auszuhalten?

Tatsächlich sehe ich an mir, wie verdammt schwer es ist, passiv zu sein. Wir sind auf Aktivität geeicht, gerade Freiberufler/innen fühlen sich angehalten, dauernd „goldene Eier“ zu legen. Vielleicht jedoch fordern ungewohnte Zeiten auch ungewohnte Reaktionen? Etwa mal nicht möglichst schnell zu reagieren, sondern annehmen, was da kommt, innehalten. Viele Freund/innen sind gerade irritiert, dass ihnen die Motivation fehlt, die Ideen ausgehen, sie nicht sofort Liegengebliebenes abarbeiten. Das könnte ja auch mal kein Manko sein, sondern eine angemessene Reaktion. Ohne Arbeit oder Fleiß zu diskreditieren, wäre es möglich, sich auch nach ein paar Stunden „verplemperter“ Zeit richtig gut zu fühlen? Welche Erfahrungen macht Ihr?

Filed under: Allgemein

von

Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 4

  1. kat. 24. März 2020

    Demut ist das richtige Wort dafür, das denk ich auch die ganze Zeit. Wir können uns mal bremsen, in diesem ganzen tohuwabohu in dem wir sonst wuseln. Und den Wald hinterm Haus entdecken weil wir müssen nicht immer in die Berge fahren. Liebe Grüße Kat

    Gefällt 4 Personen

  2. muetzenfalterin 25. März 2020

    danke, wieder einmal, für diesen Artikel. Ich hatte tatsächlich genau die beschriebenen Reaktionen, ich muss doch etwas tun, warum kann ich mich denn zu nichts motivieren. jetzt endlich kehrt langsam Ruhe ein, und die Fähigkeit, die Dinge so zu nehmen, wie sie sind und abzuwarten, was sich daraus entwickelt. Schon verrückt, wie lange man noch weiter im Leerlauf rennt, obwohl das Hamsterrad stehen geblieben ist.

    Gefällt 1 Person

    • Stephanie Jaeckel 25. März 2020

      Mir ist dazu auch ein Bild vom Schwimmen eingefallen. Wer im Meer weit weg von der Küste treibt, soll (je nach Entfernung und Strömungsverhältnissen) auch nicht blind drauflos schwimmen, sondern sich erst mal auf den Rücken legen und so wenig wie möglich tun, um Energie zu sparen. Manchmal ist der erste Impuls eben nicht der beste…

      Liken

Schreibe eine Antwort zu Stephanie Jaeckel Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s