Go West!

Mittendrin im Land – und das fing in Kentucky an – geht plötzlich der gute Kaffee und das leckere Essen aus. Ein Omelett zum Beispiel, das ich gestern bestellt habe, ist mit einem riesigen Batzen Käse (Schmelzkäse-Scheibletten) gefüllt, der nur mühsam rauszupopeln ist. Das Gesündeste sind Pommes (dann aber ohne Ketchup). Selbst drei harmlose Salatblätter verschwinden unter einer riesigen Ladung Käsecreme-Soße. Auweia!

Großen Spass dagegen machen zahlreiche „Antik-Läden“ überall am Rand der Autobahn, in denen die abgefahrendsten Dinge angeboten werden. Schöner als in so manchem Museum. Ich habe leider wenig Platz im Koffer, bemühe mich aber, hier und da ein Kleinod mitzunehmen. Einen sehr schönen Tag habe ich in dem ehemaligen Shaker-Dorf Pleasant Hill verbracht. Verrückt, diese Shaker-Gemeinde, irgendwie hippieesk, die haben sich den Menschen noch einmal neu buchstabiert, gar nicht so doof, von der religiösen Schlagseite mal abgesehen und der daraus resultierenden Kinderlosigkeit. Aber für Frauen gab es hier durchaus ein alternatives Leben. Ich habe mir dort ein Buch gekauft, und werde noch etwas weiterlesen. Das interessiert mich.

Nachdem ich in Pittsburgh einen Feueralarm verschlafen habe und wir hier in Memphis gestern Abend Zeuge wurden, davon wie jemand einem Motel-Gast die Reifen zerstochen hat, werde ich mir langsam auch der heiklen Seiten meiner Reise bewusst. Es ist hier ein etwas raueres Klima, ich muss aufpassen, in meiner Touristen-Seligkeit nicht zu unvorsichtig zu werden. Ansonsten: Es ist nach wie vor eine tolle Reise, obwohl ich es gerade sehr anstrengend finde. Aber jetzt muss ich die Nase mal aus dem Starbucks halten, in dem ich gerade WIFI free habe. Sonst habe ich von Memphis am Ende nicht viel gesehen…

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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