Häusliche Gewalt

Schon der Begriff klingt trügerisch. Dabei handelt es sich hier nicht um die kleine Schwester des Terrors. Es ist viel eher der große Bruder. Eine Lebensbedrohung die oft über Jahrzehnte über einem schwebt. Und wie Gift einsickert. Eine der schlimmsten Erfahrungen, die Kinder mit ihren Eltern machen können. Und die ein Leben lang Misstrauen sät: Wo Geborgenheit ist, lauert eine tödliche Gefahr. Jaja. Und das in unserer sauberen, so überlegen scheinenden westlichen Gesellschaft. Mir ist es auch einmal passiert: gegenüber wurde sehr regelmäßig eine Frau geschlagen. Hinter heruntergelassenen Jalousien. Keine Ahnung. Vielleicht war es einfach Sex. Aber ich habe mich nicht getraut, genauer hinzuhören oder zu schauen. Schließlich lebe ich alleine. Und wer steckt da schon die Nase zu tief in merkwürdige Angelegenheiten der direkten Nachbarn. Diese „Angelegenheit“ war nach ein paar Wochen vorbei. Wahrscheinlich waren es Untermieter. Tatsächlich habe ich keine Ahnung. Das Problem – oder was es auch immer war – hatte sich freundlicherweise von selbst erledigt (für mich). Ich hoffe, dass mir das nicht noch einmal passiert.

 

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 8

  1. wechselweib 21. November 2018

    Meinen Schülern sage ich, wenn es um das leidige Thema „Machen Gewaltspiele gewalttätig?“ geht, immer: Die meisten Gewalttäter haben Gewalt als Handlungsmuster vorgelebt bekommen. Genau, wie meisten Missbrauchsfälle leider in der Familie und im Bekanntenkreis passieren und nicht durch den fremden Triebäter, der auf einsamen Wegen auf die Kinder lauert.

    Gefällt 1 Person

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