Spiegelungen

Wir sind Spiegel. Jede/r für jede/n. Und viele von uns positionieren sich entgegengesetzt: „Ich bin so und du bist so (= anders). Wahrscheinlich ist das ein notwendiger Vorgang, um sich abzugrenzen oder bei sich selbst zu fühlen.

Daraus ergeben sich hundert Konsequenzen. Möglicherweise auch eine Form von Angst vor Anderen/Fremden. Aber mir geht es um etwas anderes: Ich war früher eher ängstlich und unsicher, und damit für Freundinnen und Freunde entlastend, indem ich eben diesen Part übernahm, und sie jeweils mutig oder selbstbewußt sein konnten. Ich bin in der Zwischenzeit zwar nicht Wonder Woman geworden, aber die Vorzeichen haben sich geändert. Das Gleichgewicht in manchen Freundschaften kippt. Oder andere sind plötzlich von Ängsten geplagt, die ich früher hatte. Verhalte ich mich oder wir uns stets komplementär zueinander?

Nun, das gilt sicher nicht immer, und auch ansonsten mal mehr und mal weniger. Aber es öffnet mir gerade den Blick auf Möglichkeiten, die ich durch komplementäres Denken gar nicht vermutet habe. So bin ich zum Beispiel viel sportlicher, als lange neben meinen Sportskanonenfreundinnen vermutet. Es lohnt sich offensichtlich, über solche Spiegelungen nachzudenken. Den breitesten Spiegel hält übrigens meist der/die Liebste bereit: davon ausgehend, dass ich viel mehr bin und kann, als ich mir selber zugestehe.

 

 

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 6

  1. menuchaprojekt 30. Juli 2018

    Genau das können wir. Annette Schäfer geht in ‚Psychologie heute‘ der These nach ‚(Fast) Jeder kann aus seiner Haut. 50% sind wir selbst genetischer Art, Durch unsere Sozialisation und Erziehung kommt ein weiterer Teilaspekt hinzu. Und dann können wir uns selbst Verhaltensmuster zu eigen machen durch Gewöhnung. Verhaltensmuster, die wir gut finden bzw. erstrebenswert finden oder denken, dass sie uns gut ergänzen.

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