Rache?

Habe ich mir bislang verkniffen. Obwohl ich ein impulsiver Mensch bin. Und es genug Anlässe gab. Mehr als genug, um ehrlich zu sein. Oh, Rache ist süß – oder zumindest: Rachegedanken können höchst komplex sein, extrem einfallsreich und sogar komisch.(Mein Rechner bietet an: 😁 😄) Rachegedanken haben einen Drive und eine Wucht, pffff, die hätte ich mal gerne Montag morgens, wenn ein großer Arbeitsberg vor mir liegt. Aber egal (Rechner: 😐 😑) – (Rechner: 💻 🖥) (hä???) – (Rechner: Konzerte) (Ich: fasse es nicht!)

Rache ist heiß. Wühlt auf. Lässt einen nicht schlafen. Macht einen Herzkasper nach dem anderen. Und gibt einem das Gefühl, aus der eigenen Ohnmacht – auch noch glamourös – ausbrechen zu können. Ich habe mich immer dagegen entschieden. Leider fühlte sich das oft wie Resignation an. Aber irgendwann kam immer der Moment ☝️ , an dem ich froh war. Weil man sich mit Rache auch unglaublich lächerlich machen kann. Nicht jede Vergeltung ist so elegant, wie sie in Gedanken daherkommt. Oder so effektiv. Manchmal fällt sie einem auch auf die eigenen Füße – und wer erwischt wird, ist immer der oder die Dumme.

Einmal habe ich es dann erlebt, dass mitten in Rachegedanken eine andere Idee 💡 (Uaahh) erst leise anschlich, und dann immer lauter wurde: Wenn Du sofort mit den Racheplänen aufhörst, ist auch das zugrundeliegende Drama vorbei. Nun ja, vielleicht nicht ganz, aber fast vorbei. Du kannst Dich ab jetzt jederzeit umdrehen, und etwas Neues machen. Das war die eigentliche Erkenntnis. Die Rache hält mich an meinem Unglück fest. Mit dem Verzicht darauf, kann ich mich wieder dem Glück zuwenden.

Und das Beste kommt wie immer am Schluss. Denn nicht selten schreibt das Leben die besten Geschichten. Und die Rache kommt hier und da ganz von allein. Wie heißt es so schön: Man begegnet sich im Leben meist zweimal. Be aware!

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 15

  1. christahartwig 19. Januar 2018

    Es ist sehr lange her, da klaubte ich von einem Bücherwühltisch ein Buch mit einem Titel, der so in etwa lautete „100 Methoden sich zu rächen“. Es war natürlich ein fürchterlicher Mumpitz, aber ich benutzte eine dieser „Methoden“, um eine Kurzgeschichte daraus zu machen. Es war die einzige Kurzgeschichte von mir, die dieses Käseblatt je angenommen hat. Offenbar ist Rache ein beliebtes Thema.

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