Ein Ei legen

Keine Panik! Bis Ostern ist es noch ein Weilchen. Aber ich dachte heute, als ich am Schreibtisch saß, dass jeder Text irgendwie auch ein Ei ist, das gelegt werden will. Und da liegt es jetzt vor mir, knallweiß und noch stumm. Morgen nimmt es seinen vorbestimmten Weg und entpuppt sich als Flop oder als gute Arbeit. Ob Hennen auch stolz sind auf ihre Eier?

Ganz oft ist es tatsächlich so, dass ich einen geschriebenen Text gar nicht mir zuordnen oder kaum rekapitulieren kann, wie ich zu den Sätzen kam. Das Schreiben selbst ist fast wie eine Black-Box in die man geht und aus der man – fast wie unberührt – wieder herauskommt. Oder gibt es da andere Zustände, die ich nur nicht kenne?

Oft sind meine Texte klüger als ich. Zum Glück. Wahrscheinlich ermöglicht das Hin- und Herschieben von Wörtern eine Verdichtung von Inhalt, die ich so – sagen wir freihändig – im Kopf nicht hinbekomme. Wie oft weiß ich vorher nicht, was ich schreiben werde! Übrigens ein ziemlich unangenehmer Zustand – vorher. Aber eine gute Möglichkeit, sich selbst zu überraschen. Denn nichts ist schöner, als einen eigenen Text zu lesen, ohne die Pointe schon zu kennen… Und was macht Frau, wenn sie ein Ei gelegt hat? Glücklich gackern, im Sand scharren und dann schnell auf die Hühnerstange – schlafen gehen…

 

Filed under: Allgemein

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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