Die Brühler Vergnügungshölle

Den Freizeitpark gibt es, seit ich denken kann. Früher hat man den Märchenwald besucht, gebrannte Mandeln gegessen und ist mit Gondeln im Drachenmaul verschwunden. Heute ist der Park ein Event-Gelände, zur Zeit läuft der „Wintertraum“ mit täglichem Feuerwerk. 42 Euro für Erwachsene (Menschen ab 12).

Früher war ein Besuch dort der Höhepunkt der Sommerferien. Und wenn die Eltern aufpasste, konnte man im November noch mal hin: am Tag, an dem geschlossen wurde, hatten Brühlerinnen und Bühler freien Eintritt. Mittlerweile läuft der Betrieb natürlich das ganze Jahr über. Es gibt Hotels, in denen man übernachten, und sich in ein Wunderland versetzt fühlen kann. Doch was für ein Horror!

Ich habe selten so grauenhafte Unterhaltung erlebt mit so endlos langen Schlangen vorneweg wie heute dort. Die Schlangen waren fiktiv, heute gab es wenig Besucher, aber an den endlos langen Gestängen und Absperrungen konnte man ermessen, was dort an Ferientagen los ist. Vom ursprünglichen Freizeitpark ist nur noch winzelwenig übrig. Wahrscheinlich hatte ich gehofft, dort noch Reste meiner Kindheit zu finden. Aber so sah ich nur häßliche und häßlichste Kulissen, hörte ranzigste Witze und sah dämliche Shows, wobei ich die Akrobat/innen und Eisläufer/innen ausdrücklich ausnehmen möchte, denn die waren wirklich gut. Aber das Drumherum, zum Gruseln häßlich, dämlich, zu laut, zu geschmacklos völlig ohne Herz und Verstand. Wirklich scheußlich. Zum Glück für mich war ich mit einer Gruppe Demenzkranker unterwegs, und hatte damit zu tun, die Leute von A nach B nach C zu bringen, und zu schauen, ob es allen gut gehe. Sonst wäre ich wahrscheinlich an an einer Art Scheußlichkeitsvergiftung gestorben.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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