Unbezahlbar

Kunst war und ist nicht mit Geld abzugleichen. Keine Kinderzeichnung und kein Spitzenwerk aus egal welcher Epoche. Dass Kunst – auch – verkäuflich ist, hat nicht nur etwas mit Kommerz zu tun. Die aktuell gezahlte Summe für ein Gemälde aus dem da- Vinci-Kreis ist obszön, wie bereits Kollegen geschrieben haben. Es ist keine Wertschätzung, sondern eine Selbstüberschätzung gröbster Art. Komme mir keiner damit, dass der/die Käufer/in anonym blieb (bisher). Dagegenhalten! Wie wäre es, mal wieder was zu verschenken. Kunst ist eine Gabe. Und ein Geschenk ist und bleibt immer unbezahlbar.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

Comments 14

  1. thursdaynext 18. November 2017

    Mich suchte bei dieser Finanztransaktion der Gedanke heim, dass dieses Gemälde allen Europäern zugänglich sein sollte. Kulturausverkauf, wenn auch nur bedingt als Schnäppchen zu bezeichnen. Kapitalistische Beutekunst 2017

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  2. flowerywallpaper 19. November 2017

    Hallo Stephanie. Wenn man so schaut, gibt es auch Menschen die gerade in Sachen Kulturgüter ihr Vermögen für „die Allgemeinheit“ auch positiv eingesetzt haben. https://www.si.edu/ und http://www.getty.edu/museum/ Der einzige Nachteil dabei ist, z.B. Der Nachlass von Paul Getty lässt dem Museum 190 MIO jährlich allein für den Ankauf von Kunstwerken zu. Das heißt, sie kaufen alles, viel antike Kunstwerke zu Preisen die sich europäische Museen nicht leisten können. Immerhin wird nicht nur für die persönliche Vermögensanhäufung gesammelt. Es wird gezeigt.

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    • Stephanie Jaeckel 19. November 2017

      Der Getty-Trust steht natürlich weit ab von allem. Und ist in der Einmaligkeit auch beides: Glück und Unglück in einem. Getty hat sich zum Beispiel beim Kauf von Raubkunst sehr schmutzige Hände gemacht. Das lag wahrscheinlich nicht mal an böser Absicht, sondern an dem grenzenlosen Reichtum. Sie können einfach alles bezahlen und haben in der Vergangenheit nicht so genau geschaut, woher die Sachen kamen. Aber ich denke, da sind sie schlauer geworden. Ich war im Mai in dem Haupthaus in Los Angeles und konnte dort etwas sehen, wovon wir in Europa mittlerweile weit entfernt sind. Im Getty ist der Eintritt umsonst. Das heißt, es kommen zahlreiche Obdachlose vorbei und verbringen ihren Tag in dem fantastischen Ambiente, nicht unbedingt in den Ausstellungsräumen, sondern draußen im Park oder auf den Plätzen. Es erinnert mich an ferne Zeiten, in denen im Winter Rentner/innen in den Museen saßen, und ihre Nachmittage neben Rembrandt und Cézanne im Warmen verdösten. Heute ist da kein Denken mehr dran. Und das ist wirklich schade.

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  3. Stephanie Jaeckel 19. November 2017

    Der Museumseintritt muss billiger werden oder umsonst sein. Zumindest in den Sammlungen. Es sollten insgesamt weniger Sonderausstellungen gemacht werden. Sonderausstellungen pointieren den Kunstgenuss auf Events statt auf das, was er im Grunde ist: Eine Begegnung. Wir haben mehr als genug Kunst in öffentlichen Sammlungen. Und: Kunst war immer auch ein privates Vergnügen für reiche Leute. Meinetwegen kann das so bleiben.

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