Sommerloch?

Es passierte ohne Vorwarnung. Von einem Moment auf dem anderen stand ich wie außer mir und betrachtete mich so beim Samstagabend-in-der-Wohnung-sein. Wäsche ist aufgehängt, Blumen sind gegossen, Arbeit für heute erledigt, gut erledigt, ich könnte zufrieden sein, den Feierabend einläuten, aber jetzt stehe ich neben mir, und frage mich, was ich da eigentlich mache. Nein. Ich habe nicht mal große Einwände. Es ist bloß, als ob der Boden plötzlich nur noch papierdünn ist. Alles was ich bin und was ich tue, ist in mir verankert. Nirgends sonst. Und: Die Ankerpunkte können jederzeit gekappt werden. Nein, Alkohol war nicht im Spiel. Vielleicht ein bisschen zu viel Kaffee. Es war auch nicht wirklich schlimm. Nur sehr befremdlich. Vielleicht bin ich einfach ins Sommerloch gefallen. Mir geht es gut. Vielleicht ist es eine Ahnung davon, wie durchlässig ein Ich ist. Vielleicht ist es einen Versuch Wert, noch durchlässiger zu werden.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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