Wildnis

Heruntergekommene Viertel in Großstädten, Brachen, verlassene Gegenden faszinieren und beunruhigen mich. Denn sie sind unübersichtlich und gefährlich. Doch mit gerade der Ungewissheit öffnet sich auch eine Freiheit in diesen Gegenden. Ich bin hier eine andere als in der Innenstadt oder in einem Park. Meist beschleicht mich das Gefühl, so könnte es früher gewesen sein, als Menschen noch in „richtiger“ Wildnis wohnten. Nein, ich bin zu ahnungslos, um mich auf eine echte (sei es eine natürliche oder eine urbane) Wildnis einzulassen. Aber die Sehnsucht nach solchen Orten bleibt. Eine Sehnsucht nach dem Unbekannten und damit auch nach dem Existentiellen, wie mir scheint.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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