Amselalarm

Im Hof war gestern und heute die Hölle los. Ein Eichelhäher hat das Nest eines Amselpaares aufgemischt, die Kleinen flogen ratlos in die Wohnung eines Nachbars und auf die Fensterbank eines anderen. Die Eltern schrien zwar den Eindringling weg, konnten aber ihre Kinder bei Anbruch der Nacht nicht wiederfinden. Heute hüpften sie den ganzen Tag über mit großen Augen und einem Wurm im Schnabel herum, in der Hoffnung ihren Nachwuchs doch noch zu entdecken. Wir haben alle mitgeschaut. Ohne Würmer. Und ebenfalls ohne Erfolg. Immerhin konnte ich sehen, dass auch Vögel mit vollem Mund zwitschern können.

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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