Frisch schlägt geballt

Nein, ich habe die Schachweltmeisterschaft nicht wirklich verfolgt. Aber das Resümee, das ich eben las, erinnert mich an meine eigene Arbeit, bzw. meine Vorbereitung auf harte Tage. Seien das Verhandlungen, Studiotermine, Schreiben unter schwierigen Bedingungen und in extremer Zeitnot. Kurz, auf Arbeitszeit, in der es auf Geistesgegenwärtigkeit ankommt, auf das richtige Timing auf die beste Idee ohne doppelten Boden. Prüfungssituationen im weitesten Sinn. Magnus Carlsen, der zum dritten Mal Weltmeister wurde, scheint auf Entspannung gesetzt zu haben vor den entscheidenden letzten Matches. Während sein Herausforderer sich auch in der freien Zeit in verzwickte Möglichkeiten, Varianten, Zügen vertieft hat.

Ob es wirklich das Ergebnis beeinflusst hat, weiß ich nicht. Aber es gibt mir einen Hinweis fürs eigene Vorgehen. Früher schon sagten uns die Lehrer/innen, dass es einen Tag vor der Klausur auch nicht mehr helfe, wie bekloppt zu lernen. Aber genau das habe ich auch noch im Studium immer wieder gemacht. Und hallo! Natürlich hat es geholfen. Ob man nix weiß oder etwas, doch, das kann schon zwei Noten Unterschied rausholen. Aber es stimmt. Zumindest, wenn man im eigenen Beruf gefordert ist, den man schon ein paar Jährchen ausübt. Da ist der klare Blick wichtiger, als bis zum Rand mit Varianten vollgestopft zu sein. Weil die Entscheidungen in Momenten fallen und nicht mit Ansage. Schwierig. Weil man in den Tagen vor den wichtigen Terminen unruhig ist. Und alles so gut wie möglich machen möchte. Und dann eher nichts tun. Mal sehen. Ich werde es beim nächsten Mal ausdrücklich so machen.

P.S. Ich habe gerade gelesen: Carlsen schläft jede Nacht 10 Stunden. Das erleichtert mich ungeheuer. Denn diesen Luxus leiste ich mir auch. Ach so, und – Gute Nacht!

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Wer die Welt erkennen will, muss ganz genau hinsehen. Schon als Kind habe ich mir häufig die Augen gerieben und - wenn es sein musste - noch einmal hingesehen. Mittlerweile arbeite ich als Journalistin und als Autorin. Auch hier ist das genaue Hinsehen, keineswegs das Schreiben, die, wenn man so will, Kerntätigkeit (auch nicht das Telefonieren, obwohl es oft genug so scheint). Doch während ich meinen Blick bei der Arbeit fokussiere und das Gesehene zu allen möglichen Richtungen hin ausleuchte, möchte ich in meinem Blog kurze Blicke wagen. Wer zurückschaut, ist herzlich willkommen.

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