Schön war, dass ich viel Herbst an den Fenstern vorbei ziehen sah. Und mich wieder daran erinnern konnte, dass Deutschland nicht nur aus Berliner Großstadt besteht. Ansonsten war es laut von der Maschine plus Geschwindigkeit her, laut von den Leuten, übervoll, na, halt das Übliche. Immer mehr Leute schauen sich Filme an während der Fahrt. Könnte ich sowas von gar nicht, ist aber wahrscheinlich gut gegen dieses Gefühl, dass solche Fahrten mehr als ewig dauern. Hinter mir flüsterte, lispelte, schnalzte eine Frau sehr Merkwürdiges. Ich habe auf Stimmübungen bis hin zum Durchgeknalltsein getippt. Wollte das aber nicht vertiefen. Die Herren neben mir – außer gleich dem ersten – wortlos (meinetwegen, fühlt sich aber enorm unhöflich an). Nach wie vor essen alle. Und in der Provinz dann Plakate, dass es jeden Tag drei Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte gibt. Nicht, dass Berlin die Heile Welt ist. Lange und längst nicht und nimmer. Aber zusammen mit dieser Betulichkeit, diesem ganzen kleinstädtischen Flair wirkt es doppelt befremdlich. Und jetzt bin ich froh, dass ich wieder zu Hause bin.

tomas bächli 22. Oktober 2016
Da hat man schon ein Problem mit der Nächstenliebe,wenn der Sitznachbar komische Geräusche absondert. Oder wenn man sich überlegt dass statistisch gesehen jeder siebte Sitznachbar AfD gewählt hat.
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